Topmanager entscheiden über Unternehmenserfolg

Topmanager sind maßgeblich für den Erfolg oder Misserfolg der von ihnen geleiteten Unternehmen verantwortlich.

Wie eine Studie von Wirtschaftswissenschaftlern der Technischen Universität Darmstadt belegt, ist der Einfluss der Vorstandsvorsitzenden (CEOs) auf den Unternehmenserfolg deutlich größer als makroökonomische Rahmenbedingungen oder Branchencharakteristika.

In der gemeinsamen Studie untersuchten die Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Ruth Stock-Homburg, Prof. Dr. Dirk Schiereck und Björn Six den Einfluss von vier Merkmalbündeln auf strategische Entscheidungen und den Erfolg von Unternehmen: CEO-Effekte, Firmeneigenschaften, Brancheneigenschaften sowie makroökonomische Rahmenbedingen. Dazu verglichen sie die Daten von 110 Unternehmen aus zehn Branchen, die in einem Zeitraum von 20 Jahren von insgesamt 319 Vorstandsvorsitzenden geleitet wurden.

Das Ergebnis: „Die Vorstandsvorsitzenden haben entscheidenden Einfluss auf den Unternehmenserfolg, gemessen etwa an der Umsatz- oder Eigenkapitalrendite, aber auch auf langfristige Erfolgsgrößen wie den Unternehmenswert“, so Wirtschaftsingenieur Björn Six. Wichtige Entscheidungen bezüglich Akquisitionen und Devestitionen, dem Grad der Internationalisierung sowie der Unternehmensfinanzierung ließen sich in hohem Maße auf die Vorsitzenden zurückführen. Auf allen diesen Feldern ergaben die Untersuchungen der TU-Wirtschaftsforscher einen Einfluss der Vorstandsvorsitzenden, der das Gewicht makroökonomischer Rahmenbedingungen oder Branchencharakteristika eindeutig übertraf. „Unsere Untersuchung zeigt ganz klar, dass die Top-Manager wesentlich über den Erfolg oder Misserfolg der von ihnen geleiteten Unternehmen entscheiden. Dieses Ergebnis verdient nicht zuletzt vor dem Hintergrund der öffentlichen Buhmann-Debatte um Führungsethik und Managergehälter größte Beachtung“, sagt Prof. Dr. Ruth Stock-Homburg.

Die Studie ergab weiterhin, dass nur die Firmencharakteristika einen dem Einfluss der Vorstandsvorsitzenden vergleichbaren Effekt auf das Unternehmen hatten. Weniger entscheidend waren die CEOs lediglich in Merkmalen, die weitgehend vom eigentlichen Unternehmenszweck bestimmt werden – so zum Beispiel bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie den Kosten für Produktion und Verwaltung.

Zum Forscherteam der interdisziplinären Studie gehören Wirtschaftingenieure der Fachgebiete Marketing und Personalmanagement (Prof. Dr. Stock-Homburg) sowie Unternehmensführung (Prof. Dr. Schiereck). Die Studie mit dem Titel „Influences on Firm Policies: Theoretical Reasoning and Variance Decomposition Based Empirical Test“ wurde in diesem Jahr von der Academy of Management (AOM) im Rahmen ihrer jährlichen Konferenz zur Veröffentlichung in den „Best Paper Proceedings“ ausgewählt. Mit dieser Auszeichnung werden Artikel geehrt, die einen außergewöhnlichen Beitrag für Wissenschaft und Praxis leisten. Das AOM Annual Meeting, das in diesem Jahr vom 6. bis 10. August in Montréal (Kanada) stattfindet, ist die größte und bedeutendste Konferenz im Managementbereich.

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