Medienwelten von Jugendlichen für Bildungsprozesse nutzen

Jugendliche aus bildungsfernen Milieus lassen sich durch gezielte Medienarbeit ansprechen. Das ist das Ergebnis einer Studie vom Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF), die das Bundesbildungsministerium in Auftrag gegeben hat.

Am Freitag wurden die Ergebnisse der qualitativen Untersuchung zum Medienhandeln in Hauptschulmilieus auf der Fachtagung „Soziale Ungleichheit – Medienpädagogik – Partizipation“ in Bonn präsentiert. Die Analyse gibt einen systematischen Einblick in den Medienumgang von Hauptschülerinnen und Hauptschülern aus sozialen Brennpunkten in Deutschland. Sie zeigt, dass der Umgang mit Internet, Computer, Handy und Spielkonsole bei den Jugendlichen alltäglich ist und eine wichtige Rolle einnimmt.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan sagte dazu: „Wenn wir den Umgang mit Medien bei Jugendlichen besser verstehen, können wir auch die Bildungsprozesse in diesem Bereich optimieren: Wir müssen die informell erworbenen Fähigkeiten und Erfahrungen Jugendlicher nutzen, um ihnen auch darüber hinaus gehende Kompetenzen mithilfe der Medien zu vermitteln und ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.“

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass virtuelle Räume für viele Hauptschülerinnen und Hauptschüler neue Möglichkeiten bieten. Die Faszination, mit Medien zu interagieren und mit Medien selbst aktiv zu gestalten ist eine ideale Voraussetzung, um sich in soziale Zusammenhänge einzubringen und sich am sozialen Leben zu beteiligen. Schavan betonte die Bedeutung für die pädagogische Arbeit: „Wer Werte und Kompetenzen vermitteln möchte, der muss den Weg über die Medien gehen und die Jugendlichen dort abholen, wo sie sich bewegen und für was sie sich interessieren.“

Die Studie basiert auf der Befragung von rund 1000 Jugendlichen im Alter von 6 – 10 Jahren, davon zwei Drittel mit Migrationshintergrund. Die Publikation ist unter dem Titel: Wagner, Ulrike (Hrsg.): Medienhandeln in Hauptschulmilieus – Mediale Interaktion und Produktion als Bildungsressource, München 2008 (220 Seiten, ISBN 978-3-86736-054-8) erhältlich. Bestellungen an: info@kopaed.de oder per Telefon: 089/688 900 98.

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