Jahreszeiten beginnen immer früher

Dass das Erdklima sich in den vergangenen Jahrzehnten erwärmt hat, wird mittlerweile kaum mehr bestritten.

Nun haben Wissenschaftler der Harvard University und der University of California in Berkeley auch herausgefunden, dass sich der gesamte Jahreszyklus in den vergangenen 50 Jahren um 1,7 Tage nach vorne verschoben hat. Ebenso wie für die weltweite Erwärmung machen die Forscher dafür den Menschen verantwortlich, berichten Alexander Stine und sein Team im Wissenschaftsmagazin Nature.

Die konstatierte Frühlingsverschiebung um 1,7 Tage kommt dem Wiener Klimaforscher Herbert Formayer als gering vor. „Es gibt Studien wonach im die Vegetationsperiode sogar schon um elf Tage früher beginnt“, meint der Forscher von der Universität für Bodenkultur im pressetext-Interview. Man könne davon ausgehen, dass ein Temperaturanstieg um einen Grad eine Verschiebung von 1,5 Wochen verursacht. „Interessanterweise konnte man die deutliche Erwärmung im Frühjahr feststellen, während das im Herbst nicht der Fall war.“ Für die Biomasseproduktion spiele der Frühling ohnehin die wichtigere Rolle.

Ein weiteres Detail der Untersuchungen macht deutlich, dass die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter zudem zusehends schwächer ausfallen. „Wir sehen 100 Jahre in denen die Temperaturvariabilität natürlich verläuft. Dann sehen wir eine sehr große Abweichung dieser Muster und zur gleichen Zeit beginnen die globalen Temperaturen zu steigen“, schreibt Stine. Das lege nahe, dass der Mensch eine Rolle bei diesen Veränderungen spielt. Obwohl die Ursache für die saisonale Veränderung, die zwar über Landmassen, nicht jedoch über dem Meer auftritt, nicht ganz klar ist, nehmen die Wissenschaftler an, dass dies mit den veränderten Windströmen zu tun hat. Das Wissenschaftsteam hat für die Studie jahreszeitliche Wettertrends der ersten und zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts miteinander verglichen.

Auch dass die Erwärmung über dem Meer nicht groß ist, erstaunt den Klimatologen Formayer nicht. „Für die Ozeane und den Temperaturen spielen Meeresströmungen eine wesentliche Rolle, daher ist die Erwärmung an Land auch wesentlich ausgeprägter“, erklärt der Klimatologe abschließend gegenüber pressetext.

Media Contact

Wolfgang Weitlaner pressetext.austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen

Hier bietet Ihnen der innovations report interessante Studien und Analysen u. a. aus den Bereichen Wirtschaft und Finanzen, Medizin und Pharma, Ökologie und Umwelt, Energie, Kommunikation und Medien, Verkehr, Arbeit, Familie und Freizeit.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Entwicklung von High-Tech Tech-Schattenmasken für höchsteffiziente Si-Solarzellen

Das Technologieunternehmen LPKF Laser & Electronics AG und das Institut für Solarenergieforschung Hameln (ISFH) haben einen Kooperationsvertrag vereinbart: Gemeinsam werden sie Schattenmasken aus Glas von LPKF zur kostengünstigen Herstellung hocheffizienter…

Hitzewellen in den Ozeanen sind menschgemacht

Hitzewellen in den Weltmeeren sind durch den menschlichen Einfluss über 20 Mal häufiger geworden. Das können Forschende des Oeschger-Zentrums für Klimaforschung der Universität Bern nun belegen. Marine Hitzewellen zerstören Ökosysteme…

Was Fadenwürmer über das Immunsystem lehren

CAU-Forschungsteam sammelt am Beispiel von Fadenwürmern neue Erkenntnisse über die Regulation der angeborenen Immunantwort. Alle höheren Lebewesen verfügen über ein Immunsystem, das als biologischer Abwehrmechanismus den Körper vor Krankheitserregern und…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close