Biomasse boomt in Mittel- und Osteuropa

Das Fraunhofer-Zentrum für Mittel- und Osteuropa hat jetzt die Studie »Erneuerbare Energien in ausgewählten mittel- und osteuropäischen Ländern« veröffentlicht. Die Studie analysiert Marktpotenziale und Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien (EE) in acht mittel- und osteuropäischen Staaten. Zielgruppe sind insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, die nach Mittel- und Osteuropa expandieren wollen.

Dafür ist der Zeitpunkt momentan besonders günstig: In vielen der untersuchten Länder besteht ein großer Bedarf an EE-Technologien, nicht zuletzt durch EU-Vorgaben für einen steigenden EE-Anteil in den nächsten Jahren. Detailliert untersucht Fraunhofer die vier Schwerpunktländer Polen, Tschechien, die Slowakei und Ungarn. Einen kompakteren Überblick geben »Spotlights« zu den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie zu Slowenien. Die nächste Länderstudie zu Rumänien erscheint im Januar 2009.

Polen bietet mit rund 26 Petajoule das größte Biogas-Potenzial

Einige Beispiele: Polen bietet mit 26,3 PJ das höchste Energiepflanzen-Potenzial für Biogas in Mittel- und Osteuropa – und verfügt damit über das drittgrößte Biogaspotenzial der EU. Litauen baut in erster Linie auf Wasserkraft, bietet aber Wachstumspotenzial für die Biomassenutzung: Stroh könnte jährlich rund 13 PJ beisteuern. Lettland erzielt bereits etwa 30 Prozent der Primärenergieversorgung aus erneuerbaren Energiequellen. Hauptsächlich liegt das an den rund 70 Prozent, die Wasserkraft zur Stromerzeugung beisteuert. Estland produziert Biokraftstoff für den Export und will seine Wärmeversorgung zukünftig zu 100 Prozent über Biomasse abdecken.

Mit rund 2000 Sonnenstunden pro Jahr bietet Ungarn ein großes und weitgehend ungenutztes Potenzial an Solarenergie. Zur Wärmegewinnung nutzt Ungarn seine rund 380 Millionen Kubikmeter geothermisches Wasser– und produziert damit immerhin 3,2 PJ jährlich. Wasserkraft für Strom sowie Biomasse für die Wärmeproduktion dominieren ganz klassisch in Tschechien und der Slowakei. Biomasse hat in Slowenien ein Potenzial von 75 Petajoule (PJ), von dem derzeit lediglich 20 PJ genutzt werden. Den Ausbau von EE unterstützen alle acht Länder mit EU-Fördermitteln sowie nationalen Förderpro­grammen.

Orientierungshilfen für den Markteintritt

Die Teilstudien analysieren in jedem Land die aktuelle Marktsituation und technologische Potenziale, rechtliche Rahmenbedingungen, Einspeisevergütungen, politische und administrative Zustän­digkeiten, Fördermöglichkeiten auf nationaler und europäischer Ebene, markt­spe­zifischen Barrieren und Hemmnisse sowie Chancen für Investitionen. Im Fokus stehen die Technologiebereiche Biomasse, Sondergase, Biokraftstoffe, Solarthermie, Photovoltaik sowie Geothermie/ Wärmepumpen. Eine abschließende SWOT-Analyse fasst die Informationen zusammen und schätzt Chancen und Potenziale ab. Ein zusätzliches Kapitel gibt einen Überblick über europäische und deutsche Rahmenbedingungen und Förderprogramme für erneuerbare Energien mit internationalem Bezug. Die Studie zeichnet sich durch eine besondere Recherchetiefe aus: Die Informationen wurden zum größten Teil in den aktuellsten originalsprachlichen Datenquellen und Veröffentlichungen recherchiert. Durch zahlreiche Gespräche mit Energieexperten in den Zielländern wird zudem die aktuelle energiepolitische Diskussion erfasst und ausgewertet. Die Informationen sind auf dem Stand von Mai 2008.

Erhältlich sind sowohl einzelne Länderstudien als auch die gesamte Studie zu einem Paketpreis. Bei der Bestellung von mindestens 3 Länderstudien wird ein Rabatt von 20 Prozent gewährt. Der Überblick über die europäischen und deutschen Rahmenbedingungen ist bei jeder Bestellung inbegriffen.

Details zu den Preisen sowie Bestellung unter: http://www.moez.fraunhofer.de/fhg/Images/Bestellformular_EE-Studie_FINAL_tcm320-130766.pdf

Das MOEZ hat die Studie für erneuerbare Energien gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT erarbeitet.

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