Familienbewusste Personalpolitik lohnt sich

Das Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik (FFP) an der Universität Münster hat erstmals in einem vergleichenden Arbeitspapier Motive und Ergebnisse familienbewusster Personalpolitik in gewinnorientierten Unternehmen und in nicht-gewinnorientierten Institutionen erhoben.

Nachdem in einer vorangegangenen Untersuchung bereits nachgewiesen werden konnte, dass eine familienbewusste Ausrichtung der Personalpolitik in Unternehmen positive betriebswirtschaftliche Effekte hat, ist das wichtigste Ergebnis der aktuellen Untersuchung, dass auch nicht-gewinnorientierte Institutionen in erheblichem Maße profitieren.

Befragt wurden Unternehmen und Institutionen, die bereits ein starkes Engagement im Themenfeld „Familienbewusste Personalpolitik“

nachgewiesen haben. Für beide Gruppen, Unternehmen und Institutionen, steht als Ziel ihrer familienbewussten Personalpolitik die Erhöhung der Mitarbeiterzufriedenheit an erster Stelle.

Während Unternehmen in hohem Maße Vorteile für ihre Mitarbeitergewinnung erwarten, zielen Institutionen besonders auf die Erhöhung ihrer Produktivität. Gemeinsamkeiten gibt es bei dem Ziel, das familienfreundliche Image zu stärken. Die aktuelle Studie zeigt, dass nach Einschätzung der Institutionen die Einführung familiengerechter Maßnahmen zu einer deutlichen Verbesserung von Produktivität und Image führt. Besonders große Erfolge verzeichnen die Institutionen bei der Verkürzung der Elternzeit: Je familienfreundlicher die Arbeitsbedingungen einer Institution, desto schneller kehren die Eltern an den Arbeitsplatz zurück – bis zu 15 Monate vor Ablauf der gesetzlichen Höchstdauer von 36 Monaten.

Im Vergleich zur Einschätzung der Unternehmen haben die Faktoren Krankenstand, Mitarbeitergewinnung und Fluktuation für Institutionen zum Teil eine geringere Bedeutung: Gerade im öffentlichen Dienst, der in der Gruppe der Institutionen besonders stark vertreten ist, haben die Beschäftigten eine relativ hohe und weitgehend konjunkturunabhängige Arbeitsplatzsicherheit, so dass der Krankenstand kaum konjunkturbedingten Schwankungen unterliegt und die Fluktuation auf niedrigem Niveau verbleibt. Dennoch wird gerade auch der öffentliche Dienst von den Auswirkungen des demografischen Wandels stark betroffen sein. Familienbewusste Personalpolitik ist also auch für Institutionen ein wichtiger Wettbewerbsfaktor bei der Rekrutierung zukünftiger Mitarbeiter, die in einigen Jahren deutlich erschwert sein wird.

In jährlichen Erhebungen wird das münstersche Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik (FFP) die Ergebnisse der aktuellen Studie kontinuierlich überprüfen und fortschreiben. Die bisherigen Forschungsergebnisse können auf der Homepage des FFP (www.ffp-muenster.de) abgerufen werden.

Media Contact

Uni Münster

Weitere Informationen:

http://www.ffp-muenster.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen

Hier bietet Ihnen der innovations report interessante Studien und Analysen u. a. aus den Bereichen Wirtschaft und Finanzen, Medizin und Pharma, Ökologie und Umwelt, Energie, Kommunikation und Medien, Verkehr, Arbeit, Familie und Freizeit.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Klimawandel verursacht Artensterben im Schwarzwald

Schon heute hinterlässt der Klimawandel in den Mooren im Schwarzwald seine Spuren. Durch steigende Temperaturen und längere Trockenperioden sind dort in den vergangenen 40 Jahren bereits zwei typische Pflanzenarten ausgestorben….

Experiment bildet Elektronentransfer im Molekül ab

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena entwickeln in dem neuen Projekt „Multiskalen Pump-Pump-Probe-Spektroskopie zur Charakterisierung mehrschrittiger Elektronentransferkaskaden“ (kurz: „Multiscale P3S“) eine bisher einzigartige Untersuchungsmethode, um genau unter die Lupe zu…

Leistungstest für neuronale Schnittstellen

Freiburger Forschende entwickeln Richtlinie zur einheitlichen Analyse von Elektroden Wie sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Leistungsfähigkeit neuronaler Elektroden messen und definieren, wenn es keinen einheitlichen Standard gibt? Die Freiburger Mikrosystemtechnikerin…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close