Laufband-Tests sagen Sterberisiko vorher

Studie: Körperliche Fitness aussagekräftiger als herkömmliche Risikofaktoren

Persönliche Spitzenleistungen, wie sie auf Laufbändern erzielt werden können, sind zur Vorhersage der Lebensdauer aussagekräftiger als Risikofaktoren wie Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder Rauchen. Das geht aus einer Studie der Stanford University an 6.200 Männern hervor. Für die Forscher ist dies einer der stärksten Beweise für die Bedeutung der körperlichen Fitness bisher, berichtet.

Für die Studie mussten Patienten mit und ohne Herzbeschwerden auf Laufbändern trainieren. Laufbänder werden routinemäßig für Herzchecks herangezogen. Zur Fitness-Messung werden die Patienten an Sensoren angeschlossen. Zusätzlich erfolgt die Messung des Sauerstoffverbrauch sowie des ausgeatmeteten CO2. Patienten laufen bei steigender Geschwindigkeit und erhöhtem Steigungswinkel bis zur Erschöpfung, wenn die Herzfrequenz maximal ist oder bereits Anzeichen von Herzstörungen auftreten.

Im Verlauf der Studie verstarben 1.256 Patienten. Laut Studie erhöhten sich die Überlebenschancen um zwölf Prozent bei der Steigerung um ein so genanntes metabolisches Äquivalent, vorausgesetzt der Patient läuft bei maximaler Belastung. Ein metabolisches Äquivalent (MET) ist definiert als der Verbrauch an Sauerstoff bei sitzender Tätigkeit. Zwei MET entsprechen etwa dem Verbrauch beim Gehen mit 3,5 km/h, acht MET dem Verbrauch beim Joggen mit etwa 13 km/h. Studien haben zwar bereits nachgewiesen, dass körperliche Fitness das Risiko von Herzerkrankungen reduziert. „Diese Studie zeigt aber, dass diese auch die Überlebenschancen von Patienten mit bereits bestehenden Herzstörungen verbessert“, erklärte Studienautor Jonathan Myers.

Wurden die Personen in Risikogruppen zusammengefasst, zeigte sich, dass sich das Sterberisiko bei Patienten, die nicht über vier MET kamen, im Vergleich zu jenen, die mehr als acht MET erreichten mehr als verdoppelte. „Abgesehen vom Alter erwies sich der Fitnesszustand als besserer Indikator für die Lebensdauer als alle anderen Risikofaktoren wie Rauchen, Herzprobleme, Bluthochdruck, Diabetes oder ein hoher Cholesterinspiegel“, führte der Kardiologe Gary J. Balady vom Boston Medical Center aus. Je besser die Kondition am Laufband sei, umso besser seien auch die Voraussetzung auf lange Sicht, so Balady weiter. Es zähle beim Test aber nicht die Ausdauer, sondern einzig die Maximal-Leistung, ergänzte T. Edwin Atwood vom Veterans Affairs Palo Alto Health Care System. Menschen müssen keinen Marathon laufen, so Atwood, schon ein täglicher flotter Spaziergang von 30 Minuten verändert die Risikofaktoren zum positiven.

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Sandra Standhartinger pte.online

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