Erfolgreiche Produktinnovatoren nutzen verstärkt das Internet

Das Internet unterstützt die Arbeit erfolgreicher Produktinnovatoren. Das ist eines der Kernergebnisse einer Studie, die Forscher des Instituts für Politikwissenschaft der Universität Tübingen unter der Leitung von Prof. Josef Schmid gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Stuttgart und dem Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit in Berlin im Forschungsprojekt Nova-net durchgeführt hat. Das Projekt „Nova-net – Innovation in der Internetökonomie“ ist einer von sieben regionalen Schwerpunkten im Rahmen des Förderprogramms Internetökonomie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Befragt wurden bundesweit Innovationsverantwortliche in 5000 Unternehmen aus den Branchen Chemie, Maschinenbau, Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) und Umwelttechnik zur Nutzung von Internet und Softwaretools im Innovationsmanagement. Das Internet mit seinen verschiedenen Diensten und Nutzungsmöglichkeiten werde mittlerweile auch im Innovationsmanagement umfangreich genutzt und sei innerhalb weniger Jahre zu einer zentralen Informationsquelle im Innovationsprozess avanciert, so Prof. Josef Schmid, Projektleiter für die Universität Tübingen. Drei Viertel aller befragten Innovationsverantwortlichen nutzen das World Wide Web den Studienergebnissen zufolge, um sich beispielsweise über neue Techniktrends zu informieren. Dazu werden Tools benutzt, die sich in drei Gruppen aufteilen lassen:

o informationsorientierte Recherchetools für das externe Umfeld (Online-Fachzeitschriften, Suchmaschinen)

o dialogorientierte Tools für das externe Umfeld (beispielsweise Online-Foren, vernetzter Datenaustausch mit Kooperationspartnern)

o dialog- und prozessorientierte Tools für den internen Austausch in den Unternehmen (Wissensdatenbanken, Dokumentenmanagementsysteme)

Auf Entwicklungspotenziale, so folgern die Tübinger Wissenschaftler aus den Studienergebnissen, weisen vor allem die großen Unterschiede zwischen Akteuren aus innovativen und nicht-innovativen Unternehmen hin. Ob ein Unternehmen innovativ ist oder nicht, wird dabei jeweils „subjektiv“ aus Sicht der Unternehmen gemessen. Als „innovative“ Unternehmen beziehungsweise als „Innovatoren“ werden diejenigen Akteure aus Unternehmen definiert, welche in den letzten drei Jahren mindestens eine Produktinnovation (Markt- oder Produktneuheit, Sortimentsneuheit) erfolgreich lancieren konnten. Diese „subjektive“ Messung lehnt sich an die im so genannten „Oslo Manual“ von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass erfolgreiche Produktinnovatoren sehr viel häufiger die verschiedenen Internetanwendungen nutzen. Insbesondere in der Informations- und Kommunikationstechnologie und in der Maschinenbaubranche erreichen Unternehmen, deren Akteure intensiv das Internet nutzen, höhere Innovationsgrade. Insgesamt gesehen bevorzugen die Akteure die weniger aufwendigen und ohne Vorinstallationen nutzbaren Tools zur Recherche externer Umfeldinformationen; die Nutzungsrate unterschiedlicher Internetanwendungen steigt mit der Größe der Unternehmen.

Nähere Informationen:

Stefanie Springer, Diplom-Sozialwirtin
Institut für Politikwissenschaften
Hausserstr. 43, 72076 Tübingen
Tel.: 07071/ 29-78380
E-Mail: stefanie.springer@uni-tuebingen.de

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Michael Seifert idw

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