ISPA startet Offensive gegen H5N1

Ende 2005 ist das aus Südostasien stammende Geflügelpestvirus H5N1 in Europa angekommen, dem bereits weltweit über 130 Menschen zum Opfer fielen. Auch die Auswirkungen auf die Geflügelwirtschaft sind immens: Ca. 35 Mio. getötete Tiere, Einfuhrbeschränkungen und eine rückläufige Verbrauchernachfrage nach Geflügelfleisch haben zu Verlusten in Milliardenhöhe geführt. Allein in Deutschland musste ein 40 % iger Rückgang im Geflügelfleischverkauf verzeichnet werden, der geschätzte Umsatzeinbußen von ca. 160 Mio. € mit sich trug. Somit würde ein Ausbruch dieser Geflügelkrankheit in größerem Umfang in Deutschland katastrophale Folgen haben.

Im Rahmen des EU-Projektes „Healthy Poultry“ werden im ISPA der Hochschule Vechta Risikofaktoren identifiziert, die einen Eintrag der Geflügelpest begünstigen und somit hohe ökonomische Schäden für die gesamte Geflügelbranche bedeuten würden.

In der Studie unter dem Motto „Wie sicher ist Ihr Betrieb vor der Geflügelpest?“ wird auf Betriebsebene untersucht, in welchen Arbeitsschritten der Geflügelproduktion ein Eintrag des Virus möglich ist. Dafür werden aus ganz Deutschland Geflügelbetriebe unterschiedlicher Größe gesucht, um die dort vorherrschenden Betriebsstrukturen und Arbeitsabläufe zu erfassen und zu analysieren.

Interessierten Betrieben wird ein kurzer Fragebogen zum Betrieb geschickt. Darüber hinaus werden die Betriebe gebeten, einen Monat lang ein Betriebslogbuch zu führen. Mit dessen Hilfe werden sämtliche Kontakte im Betrieb erfasst und ausgewertet. Als Ergebnis werden potenzielle Eintragspfade für das Virus aufgedeckt und im Anschluss ein Optimierungskonzept für den Arbeitsalltag in Geflügel haltenden Betrieben erstellt.

Diese Analyse ist eine gute Gelegenheit für Geflügelhalter, den eigenen Betrieb überprüfen zu lassen, um mögliche Eintragspfade für das Geflügelpestvirus aufzudecken und zu minimieren.

Zum Abschluss des Projekts wird der EU-Kommission ein entsprechendes Maßnahmenpaket vorgelegt. Die Ergebnisse dieser Analyse und damit die des gesamten EU-Projektes be-einflussen die künftige Handhabung dieser Tierseuche durch die EU. Aufgrund dessen ist es von großer Notwendigkeit, auf eine fundierte Datenbasis mit einer hohen Stichprobenzahl zurückgreifen zu können.

Weitere Informationen:

Diese Analyse ist eine gute Gelegenheit für Geflügelbetriebe, den eigenen Betrieb überprüfen zu lassen, um mögliche Eintragspfade für das Geflügelpestvirus aufzudecken und letztendlich zu beseitigen. Die Teilnahme ist kostenfrei und wird von den jeweiligen Landesverbänden unterstützt.

Geflügel haltende Betriebe, die sich an diesem Vorhaben beteiligen möchten, werden gebeten, sich unter einer der angegeben Adressen zu melden. Ihnen werden dann zum Start der Analyse sämtliche Unterlagen (Fragebogen, Logbuch, Rückumschlag) zugesendet.

Kontakt:

Prof. Dr. Hans – Wilhelm Windhorst und
Dipl.-Umweltwiss. Barbara Grabkowsky
Tel.: 04441-15 516
E-Mail: bgrabkowsky@ispa.uni-vechta.de
ISPA – Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten
Hochschule Vechta
Driverstr. 22
49377 Vechta

Media Contact

Sascha Homfeldt idw

Weitere Informationen:

http://www.ispa.uni-vechta.de

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