Zahlungsbedingungen entscheiden über erfolgreichen Geschäftsabschluss

Wirtschaftsauskunft erhöht Zahlungsmoral bei Unternehmen

Wiesbaden (ots) – Trotz einer steigenden Zahl an Insolvenzen verlangen nur wenige Unternehmen von ihren Kunden Sicherheiten wie Eigentumsvorbehalte oder Bankbürgschaften. Dies ergab eine Befragung des Instituts für Unternehmensdiagnose der Fachhochschule Bochum und des Vereins für Credit Management. Im Rahmen der Studie hat sich herausgestellt, dass 69 Prozent der Lieferantenkreditgeber bei der Gewährung von Krediten und Zahlungszielen nicht über Sicherheiten verhandeln. „Lieferantenkreditgeber stellen noch zu oft ihre Ansprüche auf vollständige und fristgerechte Zahlung zu Gunsten einer vermeintlich guten Geschäftsbeziehung hinten an“, so Professor Bernd Weiß, Studienautor und Leiter des Instituts für Unternehmensdiagnose.

Skonto und offene Zahlungsziele fließen häufig in Verträge ein

Aufgrund schlechter konjunktureller Entwicklungen müssen die Gläubiger sich häufig auf die Zahlungsvorstellungen der Schuldner einlassen – vor allem Großkunden scheinen hier ihre Verhandlungsposition auszunutzen. Für mehr als die Hälfte aller befragten Unternehmen sind die Zahlungsbedingungen der Lieferanten für die Kaufentscheidung wichtig. Zahlungsbedingungen wie Vorauszahlung und Lastschriftverfahren spielen in der Praxis eine untergeordnete Rolle, während die Gewährung von Skonto und offene Zahlungsziele häufig in die Kaufvereinbarungen einfließen. Dabei sind die Gläubiger bei einem unberechtigten Skontoabzug nach Fristüberschreitung von bis zu fünf Tagen sehr häufig kulant und akzeptieren den reduzierten Betrag. Nur 4,5 Prozent der Befragten bekommen bei Zahlungsverzug immer Mahngebühren in Rechnung gestellt.

Professionelles Credit Management wird wichtiger

Der Verein für Credit Management (VfCM) wurde vor fünf Jahren gegründet, um das Credit Management in Deutschland zu stärken und seine wirtschaftliche Bedeutung hervorzuheben. Das moderne Credit Management ist zwischen Verkaufs- und Finanzleitung eines Unternehmens angesiedelt. Credit Manager überprüfen die Kreditwürdigkeit der Kunden, entwickeln und erstellen Kreditlimits sowie Ratings, bestimmen Zahlungskonditionen und beobachten die Entwicklungen am Markt bezüglich neuer Zahlungsmodalitäten. „Die verbesserte Ertragslage eines Unternehmens und somit die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes sind oberstes Ziel der Manager. Damit verbunden ist eine stärkere Liquidität des Unternehmens und somit eine höhere Eigenfinanzierung“, so Marc Schoeler, Regionalkoordinator Süd-West (VfCM) und Mitarbeiter der SCHUFA BusinessLine.

Folgen für die eigene Wirtschaftsauskunft bestimmen Verhalten

Die Studie zeigt auch: Die Befragten achten bei ihrem Zahlungsverhalten auf mögliche negative Folgen für ihre eigene Wirtschaftsauskunft. 58 Prozent stimmen völlig und weitere 21 Prozent eingeschränkt zu, dass die Berücksichtigung einer positiv bleibenden Wirtschaftsauskunft ihr Zahlungsverhalten beeinflusst. Darin zeigt sich die große Bedeutung von Wirtschaftsauskunfteien für den Geschäftsverkehr zwischen Kaufleuten. Die SCHUFA stellt mit ihrem Produkt SCHUFA BusinessLine seit letztem Jahr Kreditinformationen zu neun von zehn Unternehmen in Deutschland bereit. Dadurch können gewerbliche Kreditgeber wie Händler und Banken die Bonität von inhabergeführten Kleinunternehmen, Freiberuflern und Selbstständigen genauer einschätzen. „Unternehmen minimieren somit das Ausfallrisiko, ohne ihre Geschäftsbeziehungen durch Zahlungsbedingungen wie Vorauszahlung zu gefährden“, erläutert Eckart Gärtner, Leiter SCHUFA BusinessLine.

Kleine Unternehmen leiden unter Forderungsausfällen

Die Unternehmen wurden auch zur Höhe ihrer eigenen Forderungsausfälle befragt. Insgesamt zwölf Prozent aller Unternehmen mussten gar keine Forderungsausfälle verbuchen, jedoch fielen bei acht Prozent der befragten Unternehmen Forderungen von mehr als einem Prozent des Umsatzes aus. Gerade Kleinbetriebe haben mit hohen Forderungsausfällen zu kämpfen, die sogar bis zu fünf Prozent des Umsatzes erreichen. Große Unternehmen scheinen dagegen ihre Schuldner gründlicher auszuwählen. Kein großes Unternehmen dieser Untersuchung büßt Ausfälle von über einem Prozent des Umsatzes ein.

Über die Studie

Die Befragung wurde 2005 durchgeführt. 117 Unternehmen unter anderem aus den Branchen Großhandel, Baugewerbe, Industrie, Dienstleistungen nahmen an der Befragung teil. Bei der Unternehmensgröße gab es eine relative Gleichverteilung von kleinen, mittleren und großen Unternehmen.

Ansprechpartner für Medien

Stefan Horst presseportal

Weitere Informationen:

http://www.schufa.de

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