Impfstoff gegen Vogelgrippe erstmals an Kindern gestestet

Ausrichtung auf Kinder laut Experten entscheidend


Die erste klinische Studie mit einem Impfstoff gegen Vogelgrippe wird in Kürze am Center for Vaccine Development an der Saint Louis University stattfinden. Die Wissenschafter wollen den aus einer inaktiven Form des potenziell tödlichen Virus H5N1 hergestellten Impfstoff an 120 Kindern im Alter zwischen zwei und neun Jahren testen. Basis für die Herstellung war ein Virenstamm, der in Vietnam nachgewiesen wurde. Dieser Impfstoff wurde durch die National Institutes of Health bereits an Erwachsenen erprobt.

Der leitende Wissenschafter Robert Belshe erklärte, es sei von entscheidender Bedeutung, dass ein Impfstoff besonders auf Kinder ausgerichtet sei, da sie besonders anfällig für eine Erkrankung sind und über andere Immunreaktionen als Erwachsene verfügen. Zusätzlich wird angenommen, dass Kinder eine Schlüsselrolle bei einer möglichen Ausbreitung der Vogelgrippe zu einer Pandemie spielen könnten. Derzeit werden Teilnehmer für die vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases finanzierte Studie gesucht. Belshe erklärte gegenüber der BBC, dass man sich keine Sorgen über das Wohlergehen der teilnehmenden Kinder machen müsse. Die möglichen Nebenwirkungen seien gering und würden sich auf einen wunden Arm und ein einfach zu behandelndes leichtes Fieber beschränken. „Wir sind überzeugt, dass unser Vorgehen sicher sich und uns eine große Menge an Informationen liefern wird wie der Impfstoff im Notfall zu verabreichen sein wird.“ Der Impfstoff wird in den Eiern von Hühnern hergestellt. Es gibt Befürchtungen, dass es durch das Herstellungsverfahren, das ein Ei pro Dosis erfordert, im Falle einer Pandemie zu Versorgungsengpässen kommen könnte.

Der Virologe John Oxford von der Barts and the London Queen Mary’s School of Medicine and Dentistry http://www.smd.qmul.ac.uk meinte, dass viele Pharmaunternehmen an der Entwicklung eines Impfoffes gegen das Virus H5N1 arbeiteten. Die Konzentration auf diese Krankheit sei so groß wie nie zuvor. Es gäbe jedoch eine Uneinigkeit zwischen den Wissenschaftern darüber, ob Impfstoffe gegen bestehende Virenstämme geschaffen und auf Vorrat hergestellt werden sollten. Zahlreiche Experten glauben, dass es besser wäre zu warten und im Falle einer Pandemie einen Impfstoff herzustellen, der genau auf den auslösenden Virentyp abgestimmt ist. Oxford vertritt die Auffassung, dass ein Impfstoff auf Vorrat hergestellt werden sollte, der im Falle einer Pandemie entsprechend verändert wird. „Es erscheint sinnvoll, mit dem zu arbeiten, was uns derzeit zur Verfügung steht. Die britische Regierung hat bereits zwei Millionen Einheiten des H5N1-Impfstoffes erworben.“

Ansprechpartner für Medien

Michaela Monschein pressetext.austria

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