Diabetes wird vielfach nicht erkannt

Gezielte Tests sollen Abhilfe schaffen

Der gezielte Einsatz von Tests zur Erkennung von Diabeteserkrankungen bei Erwachsenen könnte jährlich Zehntausende unerkannter Fälle aufdecken. Eine Studie des St Mary’s Hospital ergab, dass fast drei Prozent der untersuchten Patienten über 40 Jahren an Typ-2-Diabetes litten. Die Mediziner schätzten, dass mit diesem Verfahren bei Patienten, die nichts von ihrer Krankheit wissen, jährlich allein in diesem Krankenhaus rund 500 Fälle von Diabetes diagnostiziert werden könnten. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Diabetic Medicine veröffentlicht.

500 Patienten über 40 Jahren, die in der Notfallstation des Krankenhauses aufgenommen wurden, wählten die Wissenschafter nach dem Zufallsprinzip für die Teilnahme an der Studie aus. Alle füllten einen Fragebogen zur Ermittlung möglicher Risikofaktoren aus. Bei 73 Personen wurde Diabetes bereits diagnostiziert. Bei 13 Teilnehmern, das entspricht 2,6 Prozent, wurde eine bisher unbekannte Erkrankung diagnostiziert. Die Untersuchungen ergaben zusätzlich, dass 4,6 Prozent der Patienten über erhöhte Blutzuckerwerte verfügten, die sie einem gesteigerten Diabetesrisiko aussetzten. Der Wissenschafter Peter George erklärte, dass die Diagnose von bisher unbekannten Erkrankungen derzeit zu den großen Gesundheitsthemen gehöre.

Die BBC geht davon aus, dass derzeit rund eine Million Menschen in Großbritannien nicht weiß, dass sie an Diabetes leidet. Bei Typ-2-Diabetes kann es bis zu zwölf Jahren dauern, bis eine entsprechende Diagnose gestellt wird. Zu diesem Zeitpunkt leidet bereits die Hälfte der Betroffenen unter charakteristischen Komplikationen. Zu den am stärksten gefährdeten Gruppen gehören Weiße über 40 Jahren, Schwarze und Angehöriger ethnischer Minderheiten über 25 Jahren, die übergewichtig sind oder in deren Familien bereits Erkrankungen aufgetreten sind.

Ansprechpartner für Medien

Michaela Monschein pressetext.austria

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