VoIP auf dem Sprung zum Billionenmarkt

Studie: Konvergenzboom steht bevor


Die Internettelefonie ist auf dem Sprung zum Billionenmarkt. Davon geht jedenfalls die Unternehmensberatung Deloitte in der aktuellen Studie „Digital Convergence: The Trillion Dollar Challenge“ aus. Demnach soll der weltweite VoIP-Markt bis 2010 ein Volumen von einer Bio. Dollar erreichen. Eine ähnlich viel versprechende Entwicklung sagen die Experten auch den IP-Anwendungen voraus, zu denen etwa digitale Abspielgeräte der nächsten Generation oder Video-Telefone gerechnet werden. Darüber hinaus ließen auch Produkte wie IP-Fernsehen, mobile Inhalte für Handys oder Online-Musik in fünf Jahren „substanzielle Umsätze“ erwarten, heißt es in der Studie.

Auch in Österreich lässt sich der Trend zu VoIP beobachten. „Immer mehr Unternehmen stellen ihre Telefonanlagen auf VoIP um. Vor allem die Großen machen das jetzt sehr rasch“, sagte etwa Georg Serentschy, Chef der österreichischen Regulierungsbehörde RTR, im pressetext-Interview. „Jetzt geht es vor allem um die Klein- und Mittelbetriebe sowie die privaten Kunden. Gerade da tut sich sehr viel im Breitbandbereich“, sagte Serentschy.

Laut Studie haben erst das zunehmende Zusammenwachsen von Technologie-, Medien- und Telekomindustrie, in der Dotcom-Ära nur eine Modeerscheinung, diesen Aufschwung möglich gemacht. Nun steht uns ein „Konvergenz-Boom“ bevor. „Konvergenz wurde während des Dotcom-Booms zum Schlagwort, konnte die Erwartungen aber zunächst nicht erfüllen“, erklärte Andreas Gentner, Leiter des TMT Industry Teams bei Deloitte. „Das Problem war“, so Gentner, „dass das Konzept einerseits auf noch nicht ausgereiften Technologien basierte, andererseits aber sofort Gewinn bringen sollte.“

Mittlerweile seien Dienstleistungen und Produkte wie Online-Musik oder IP-Anwendungen auf dem Markt, die Kundenbedürfnisse erfüllten und mit denen sich auch Geld verdienen ließe, so die Studie. „Unternehmen, die digitale Konvergenz als Wettbewerbsvorteil verstehen und nutzen, können davon in hohem Maße profitieren“, sagte Gentner. Die Konvergenz könne aber auch vorhandene Geschäftsmodelle innerhalb relativ kurzer Zeit zunichte machen, so Gentner. Wer sich dem Trend verweigert, dem stehen laut den Deloitte-Experten düstere Zukunftsaussichten bevor.

Dass das herkömmliche Telefon bald verdrängt wird, daran glaubt Serentschy aber nicht. „Ich glaube, die klassische Festnetztelefonie wird sich nicht so schnell verdrängen lassen“, sagte der RTR-Chef gegenüber pressetext. Aktuelle Zahlen zum Volumen des österreichischen VoIP-Marktes liegen der RTR nicht vor. „Dazu kommt, dass der Begriff VoIP ein schillernder Begriff ist. Das kann viel heißen: Ein Dienst, eine Technlogie. Es kommt sehr darauf an, was man darunter versteht“, so Serentschy.

Media Contact

Jörn Brien pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://www.deloitte.com

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen

Hier bietet Ihnen der innovations report interessante Studien und Analysen u. a. aus den Bereichen Wirtschaft und Finanzen, Medizin und Pharma, Ökologie und Umwelt, Energie, Kommunikation und Medien, Verkehr, Arbeit, Familie und Freizeit.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Kunststoffe – alles Müll?

»Open Lab« im Fraunhofer LBF gibt Einblicke in die Kunststoffforschung. Als erste Stadt in Deutschland erhielt Darmstadt vor 25 Jahren den Ehrentitel »Wissenschaftsstadt«. Auch das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit…

Zukunft der Ampel wird weiter erforscht

Das Forschungsprojekt „KI4LSA“, welches die Frage beantworten sollte, ob die Steuerung von Ampelanlagen mit künstlicher Intelligenz (KI) den Verkehrsfluss verbessern kann, bringt Fraunhofer im August 2022 zum Abschluss. Über 30…

Schmerzlinderung ohne Nebenwirkungen und Abhängigkeit

Forschende der FAU nutzen Adrenalin-Rezeptoren für hochwirksame Analgetika. Neuartige Substanzen, die Adrenalin- statt Opioid-Rezeptoren aktivieren, haben eine ähnliche schmerzlindernde Wirkung wie Opiate, jedoch keine negativen Folgen wie Atemdepression und Abhängigkeit….

Partner & Förderer