Neue Diäten aus den USA sind nicht zu empfehlen

Die Diäten „South Beach“ und „low carb“ sind für den Menschen ungesund. Sie setzten auf Proteine und verteufeln Kohlenhydrate. Kurz gesagt, sie sind nicht zu empfehlen. Dies ergab eine heute, Mittwoch, veröffentlichte Studie. „Es ist unverantwortlich, welche Ernährungssünden unter dem Deckmantel der Wissenschaft verbreitet werden“, so Franz Floss, Bereichsleiter für Untersuchungen beim Verein für Konsumenteninformation (VKI), während einer Pressekonferenz.

Die VKI-Zeitschrift „Der Konsument“ hat vier Diäten auf Wirksamkeit und auf Qualität geprüft. „South Beach“ und „low carb“ gehen davon aus, dass Kohlenhydrate dick und Proteine dünn machen. Dabei werden Kohlenhydrate durch Fett ersetzt, was durchaus nicht neu ist – Beispiel Atkins-Diät. Bei „South Beach“ besteht die Ernährung in den ersten 14 Tagen ausschließlich aus Fleisch, Geflügel, Fisch und Eiern. Dazu dürfen Pommes gegessen werden. „Angesagt ist, was neu klingt und schnellen Erfolg verspricht, auch wenn wissenschaftliche Langzeitstudien über gesundheitliche Auswirkungen fehlen“, beurteilt Floss den aus den USA nach Europa importierten Abspeck-Trend. Diese Diäten seien aber Erfolg bringend. Da durch Proteine das Sättigungsgefühl schneller einsetze und die Verdauung angeregt werde, nehme man ab. Zu Beginn der Diät sogar schnell. „Auf die Dauer ist so eine einseitige Ernährung aber nicht zu empfehlen“ warnt Floss. Esse man nach der Diät weiter wie bisher, setze schnell der bekannte JoJo-Effekt ein.

Laut VKI sind Programme, die auf dem Diätsektor weniger hip sind, wirksamer. Sie versprechen zwar keinen raschen, dafür aber einen langfristigen Erfolg. Dies sind unter anderem die „Ideal Diät“ und die „Gute Laune Diät“. Beide setzen auf ausgewogene Mischkost, Bewegung und auf eine langfristige Ernährungsumstellung. Die „Ideal Diät“ wird von den „Konsument“-Experten als „sehr gut“ bewertet. VKI-Ernährungsexpertin Nina Siegenthaler: „Gesunde Gewichtsreduktionsprogramme setzen auf Langfristigkeit und Flexibilität.“ Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass eine dauerhaft schlanke Figur am ehesten mit einer ausgewogenen, energiereduzierten Mischkost erreicht wird. „Doch in unserer schnelllebigen Zeit stößt langsames Abnehmen leider meist auf taube Ohren“, bedauert Siegenthaler. Bei der „Gute Laune Diät“ sind sogar Süßigkeiten erlaubt – in Maßen versteht sich. Dazu meint Floss: „In Österreich liegt der jährliche Schokoladenverbrauch bei 7,8 Kilogramm pro Kopf.“ Umgerechnet sind dies eins bis zwei Tafeln in der Woche. Das sei natürlich zu viel des Guten, aber ganz verbieten könne man Schokolade nicht: „Eine Diät, die etwas verbietet, ist eine schlechte Diät.“

Der „Konsument“ ist davon überzeugt, dass eine gute Diät von drei Säulen getragen wird. Die erste ist die Ausgewogenheit beim Essen und Trinken. Die zweite ist die Veränderung des bisherigen Essverhaltens und die dritte ist die Erhöhung des Energieverbrauchs durch mehr Bewegung. Siegenthaler: „Eine Diät sollte als Lebensweise gesehen werden.“

Media Contact

Sheila Moser pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://www.konsument.at

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