Der Europamarkt für Klärschlammaufbereitungsanlagen: Reife- und Sättigungsprozesse zwingen Unternehmen zum Umdenken

Der noch junge europäische Markt für Klärschlammaufbereitungsanlagen durchläuft derzeit einen signifikanten Wachstums- und Reifeprozess. Einhergehend mit einer Konsolidierung von Umsätzen und Marktanteilen soll der Markt von 1,95 Milliarden US-Dollar im Jahr 2004 auf 2,77 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 wachsen.

Hauptfaktoren dafür sind einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan zufolge nicht nur ein zunehmendes Interesse der Öffentlichkeit an geordneter Beseitigung des Klärschlamms und anderer Schadstoffe, sondern auch die Gesetzgebung. Klärschlammbehandlungs- und beseitigungsmethoden unterliegen besonders scharfen Kontrollen, was zu strikten Grundsätzen über geeignete Verfahren für die Entsorgung führt. Gleichzeitig sind damit beträchtliche Marktchancen für die Hersteller von Aufbereitungsanlagen verbunden.

Gesetzgebung forciert Nachfrage

„Die Richtlinie für die Städtische Abwasserbehandlung, deren nächste Aenderungen im Jahr 2005 in Kraft treten werden, zwingt den Markt, die Anforderungen der Gesetzgebung zu erfüllen – und steigert so die Nachfrage nach Abwasserbehandlungsanlagen,“ erklärt Suchitra Padmanabhan, Analyst bei Frost & Sullivan.

Neben einem Bedarf an hohem technologischen Leistungsvermögen und Branchenkenntnissen haben sich Umweltzertifizierungen und die Anpassungsfähigkeit an neue Vorschriften als unerläßliche Erfolgsfaktoren in der Klärschlammbeseitigungsindustrie erwiesen. Darüber hinaus kurbeln innovative und flexible Dienstleistungen das Wachstum des zunehmend umweltbewussten Marktes an.

Bedarf nach effizienten Vorstufenverfahren

Besonderes Entwicklungspotenzial hat die Frost & Sullivan Analyse für vorgeschaltete Verfahrensstufen identifiziert, wobei auch hier Innovation und Anpassungsfähigkeit gefragt sind. Zu den fortschrittlichsten Techniken gehören Entwässerung und Trocknung, die sich als essentiell für solche Firmen erweisen, die über die Reduzierung des Wassergehalts im Klärschlamm Transport- und Entsorgungskosten zu minimieren suchen. Erwartet wird ein signifikanter Anstieg der Nachfrage und des Umsatzes derartiger Verfahren. Gründe dafür liegen einerseits in den zunehmend strengeren Sicherheitsvorschriften und Einschränkungen bezüglich der Entsorgungsmöglichkeiten wie Mülldeponien, und andererseits in der steigenden Anwendung der Thermoentsorgung als notwendige Vorbehandlung des zu verbrennenden Schlamms.

Markt von Disparitäten geprägt

Derzeit ist der Markt hoch fragmentiert, mit einem Übermaß an Teilnehmern. Diese Tatsache allein stellt zunächst noch keine ernste Bedrohung dar, dennoch wird vermutet, dass eine aggressive Handelspolitik der führenden Marktkräfte es kleinen und mittelständischen Unternehmen auf Dauer schwer machen wird, auf dem Markt für Klärschlammaufbereitungsanlagen zu existieren und konkurrenzfähig zu bleiben.

Auffällig sind darüber hinaus die regionalen Disparitäten innerhalb Europas bezüglich der Marktentwicklung mit unterschiedlichem technologischen Fortschritt einerseits und der Höhe der Aufarbeitungskapazitäten, sowie dem Nebenbedarf der Aufarbeitungsanlagen andererseits. Während die etablierten Märkte wie Deutschland und Skandinavien ihre Umsätze hauptsächlich durch Ersatzlieferungen und Verfahrensverbesserungen erzielen, beruhen die Verkaufsaussichten in Großbritannien und Frankreich, sowie in Schwellenländern wie Belgien, Spanien, Portugal, und teilweise auch Italien hauptsächlich auf einer wachsenden Nachfrage.

Dabei sehen sich kleinere Unternehmen zunehmend mit der wachsenden Konsolidierung des Marktes und Stärkung der Positionierung großer Firmen konfrontiert und sind gezwungen, entweder einzigartige technische Fachkenntnisse zu entwickeln oder sich auf Nischenmärkte zu spezialisieren. „Der künftige Erfolg der Marktteilnehmer hängt zum großen Teil von deren Fähigkeit ab, mit gleichwertigen Geschäftspartnern zusammenzuarbeiten und zusätzliche Dienstleistungen zu offerieren,“ prognostiziert Analystin Padmanabhan.

Unternehmen passen Strategien an

Die meisten Anlagenhersteller haben ihre Geschäftsstrategie bereits auf veränderte Marktbedingungen ausgerichtet. In Erwartung der Übersättigung der Nachfrage und damit einhergehendem Investitionsfokus auf kleinen und mittleren Anlagen, sowie sinkendem Umsatzwachstum haben sie entweder ihre Geschäfte auf internationale Märkten ausgedehnt oder sich in Nischenmärkten spezialisiert, die immer noch ein kontinuierliches, wenn auch sporadisches Potential versprechen.

Demzufolge sind führende Unternehmen wie beispielsweise Degrémont und Veolia sowohl auf dem einheimischen als auch auf dem internationalen Markt aktiv geblieben. Im Gegensatz dazu haben sich andere durch Spezialisierung auf einen bestimmten Bereich erfolgreich positioniert, wie beispielsweise Andritz auf dem Gebiet der Trocknungstechnik.

Abschließend stellt die Analyse fest, dass die Gesetzgebung der Europäischen Union und der einzelnen Länder mit dem konsequenten Versuch, ein höheres Umweltbewußtsein bei der Frage der Klärschlammbehandlung zu entwickeln, der Hauptmotor für den europäischen Markt für Klärschlammaufarbeitungsanlagen bleibt. In einem derartigen Marktumfeld werden in der Konsequenz nur proaktive, lösungsorientierte Lieferanten Erfolg haben.

Auf Anfrage übersendet Frost & Sullivan allen interessierten Lesern eine kostenfreie Zusammenfassung der Analyse zum Markt für Klärschlammaufarbeitungsanlagen in englischer Sprache per E-Mail. Anfragen können gerichtet werden an Janina Hillgrub, Corporate Communications (janina.hillgrub@frost.com).

Weitere Informationen:

Janina Hillgrub
Corporate Communications
Frost & Sullivan
Clemensstrasse 9
60487 Frankfurt/Main
Tel.: 069-77033-11
Fax: 069-234566
janina.hillgrub@frost.com

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