Der Europamarkt für Knochentransplantatersatz

Klinischer Erfolg von Transplantaten entscheidend im europäischen Markt für Knochentransplantatersatz


Der Markt für Knochentransplantatersatz, insbesondere für spinale Anwendungen, ist gegenwärtig der am schnellsten wachsende Sektor im orthopädischen Bereich. Nach einer Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan wurde im Jahr 2003 in Europa mit Knochentransplantatersatz ein Umsatz von insgesamt 39,5 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Kontinuierliche Innovation soll den Markt bis 2010 auf 114,9 Millionen US-Dollar wachsen lassen. Die nicht zuletzt auf älter werdende geburtenstarke Jahrgänge zurückzuführende steigende Zahl orthopädischer Operationen führt auch zu einer zunehmenden Nachfrage nach Knochentransplantat.

Herkömmlicherweise wird in der orthopädischen Chirurgie und in der Traumatologie mit Autotransplantaten (aus dem eigenen Knochenbestand des Patienten) oder allogenen Transplantaten (von einem anderen menschlichen Spender) gearbeitet. Autotransplantate gelten zwar als die beste Lösung für die Behandlung muskuloskeletaler Defekte, sie verursachen aber hohe Kosten und weisen eine erhöhte Morbidität auf.

Verkürzte Operationsdauer und Rehabilitationszeit

Deshalb besteht Bedarf an kostengünstigeren, effektiven Lösungen, die eine geringere Morbidität verzeichnen. Mit den gegenwärtig verfügbaren Knochentransplantatersatz-Produkten lassen sich Operationsdauer und Rehabilitationszeit verkürzen. Um aber das Produktpotenzial zu maximieren, müssen die Hersteller die Chirurgen von der physiologischen Ähnlichkeit des Produkts mit dem Knochen überzeugen. „Folglich gilt es derzeit, ein Knochenersatzmaterial mit einer klinischen Wirksamkeit zu entwickeln, die der von Autotransplantaten entspricht oder diese übertrifft“, stellt Tanya Pullen, Programme Manager Medical Devices bei Frost & Sullivan, fest. „Die Hersteller stehen deshalb vor der Aufgabe, Materialien auf den Markt zu bringen, die über osteokonduktive (das Knochenwachstum unterstützende) und osteoinduktive (die Knochenbildung induzierende) Oberflächen verfügen.“

Chirurgen von neuen Produkten und ihren Vorteilen überzeugen

Darüber hinaus hält dieser viel versprechende Markt weitere Schwierigkeiten für die Hersteller bereit. Zum einen müssen sie nicht nur die Eignung der Knochenersatzmaterialien nachweisen, sondern auch die Chirurgen von deren Vorteilen überzeugen und sie entsprechend schulen, damit sie die neuen Technologien einsetzen. Zum anderen könnte das Wachstum des Substitutmarktes auch durch Faktoren wie die hohen Kosten bestimmter Substitute und die unbefriedigenden mechanischen Eigenschaften von demineralisierter Knochenmatrix (DKM, DBM – demineralised bone matrix), synthetischen Substituten und faktor- bzw. zellbasierten Produkten gebremst werden.

Konkurrenz durch BMP-Produkte zu erwarten

Im Vergleich der drei wichtigsten Marktsegmente konnten synthetischer Knochentransplantatersatz und demineralisierte Knochenmatrix in den letzten fünf Jahren ein spürbares Wachstum verzeichnen. Mit den BMP-Produkten (bone morphogenic proteins), die im Jahr 2006 oder 2007 die Marktzulassung in Europa erhalten sollen, dürfte ihnen jedoch eine ernsthafte Konkurrenz erwachsen.

Fragmentierter Markt geprägt durch Innovationen und intensivem Wettbewerb

Der von einem intensiven Wettbewerb geprägte und stark fragmentierte Markt verzeichnet immer wieder Innovationen und regelrechte Durchbrüche. Angeboten werden nun nicht mehr nur einzelne Produkte, sondern ganze Produktpaletten unter einem einheitlichen Markennamen.

„Bisher gab es sehr wenige Überschneidungen zwischen den Produktsegmenten, da die meisten Unternehmen nur einen Produkttyp anboten“, erklärt Pullen. „Das hat sich aber geändert, nachdem verschiedene große Unternehmen Produkte für andere Segmente entwickelt haben und nun aus einer Hand unter einem Markennamen das komplette Spektrum der Knochentransplantatersatz-Produkte anbieten.“

Kleineren Herstellern drohen Fusionen und Uebernahmen

In dem zunehmend umkämpften Markt müssen vor allem kleinere Unternehmen die Erhaltung ihrer Wettbewerbsfähigkeit im Blick behalten, wenn sie ihre Marktanteile behaupten wollen. Die Bemühungen größerer Firmen, ihr Produktportfolio zu erweitern, führen immer wieder zu Fusionen oder Übernahmen kleinerer Wettbewerber. Jüngste Belege für diesen Trend sind die Übernahme von Interpore Cross durch Biomet Inc. und die Fusion des schweizerisch-holländischen Biomedizin-Unternehmens IsoTis S.A und der US-Firma GenSci Orthobiologics zu IsoTis OrthoBiologics.

Titel der Analyse:
A Strategic Analysis of the European Bone Graft Substitutes Market (Code B413)

Weitere Informationen:
Katja Feick
Corporate Communications
Frost & Sullivan
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60487 Frankfurt/Main
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