RUB-Studie: Asthma-Vorbeugung bei Kindern mit Neurodermitis

Neurodermitis – möglicher Vorbote von Asthma. Studie zur Vorbeugung ist gestartet. RUB-Kinderklinik sucht noch Teilnehmer

Etwa 40 Prozent aller Kinder, die im Säuglingsalter an Neurodermitis leiden, erkranken später einmal an Asthma. Neue Medikamente können diese typische Allergie-Karriere möglicherweise verhindern. Eine weltweite Studie, an der die RUB-Kinderklinik im St. Josef-Hospital (Direktor: Prof. Dr. Christian Rieger) beteiligt ist, soll die Zusammenhänge zwischen Neurodermitis und Asthma aufklären und die Wirkung der vorbeugenden Therapie belegen. Für die Studie sucht die Klinik noch Kinder im Alter zwischen zwölf und 24 Monaten, die noch kein Asthma haben, aber bereits an einem Ekzem leiden. Ihre Eltern oder Geschwister sollten Allergiker sein. Die Teilnahme an der 18-monatigen Studie ist kostenlos.

Drei- bis fünffach erhöhtes Asthma-Risiko

Neurodermitis tritt im Kindesalter in Deutschland sehr häufig auf: Ca. jedes vierte Kind zwischen einem Monat und vier Jahren ist inzwischen davon betroffen, die Tendenz ist aus bisher ungeklärten Gründen steigend. Die Veranlagung zur Neurodermitis wird vererbt. Fast immer kommen die ersten Ekzeme während des ersten Lebensjahrs, und sehr häufig (in 60 bis 70 Prozent der Fälle) geht die Krankheit im Alter von zwei bis vier Jahren wieder zurück oder verschwindet völlig. Doch auch dann kann die Neurodermitis ein Warnzeichen sein: „Das Risiko von Kindern mit Neurodermitis, später an Asthma zu erkranken, ist drei bis fünfmal höher als bei anderen Kindern“, erläutert PD Dr. Uwe Schauer von der RUB-Kinderklinik. „In Deutschland sind bereits zehn bis 25 Prozent aller Schulkinder davon betroffen.“

Medikamente beugen vor

Durch eine gezielte Vorbeugung lässt sich das Asthma-Risiko reduzieren. Eine Vorläuferstudie hat bereits gezeigt, dass ein Medikament, das die Wirkung allergieauslösender Stoffe im Körper verhindert (Antihistaminikum), die Häufigkeit der Erkrankungen bei gefährdeten Kleinkindern um die Hälfte verringerte. In der jetzt laufenden Folgestudie testen die Forscher ein verbessertes Antihistaminikum. Die Studienteilnehmer bekommen über 18 Monate entweder das Medikament oder ein Placebo, wobei weder Arzt noch Patienten wissen, um was es sich handelt. Teilnehmende Kinder sollten mindestens seit zwei Monaten an einem Ekzem leiden.

Weitere Informationen und Anmeldung:

PD Dr. Uwe Schauer
Kinderklinik der Ruhr-Universität Bochum
im St. Josef Hospital
Alexandrinenstr. 5, 44791 Bochum
Tel. 0234/509-2660
E-Mail: uwe.schauer@ruhr-uni-bochum.de

Media Contact

Dr. Josef König idw

Weitere Informationen:

http://www.ruhr-uni-bochum.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen

Hier bietet Ihnen der innovations report interessante Studien und Analysen u. a. aus den Bereichen Wirtschaft und Finanzen, Medizin und Pharma, Ökologie und Umwelt, Energie, Kommunikation und Medien, Verkehr, Arbeit, Familie und Freizeit.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Defekte in Halbleitern auf Atomebene aufspüren

Neuer Messaufbau Leipziger Forschender steht ab 2023 zur Verfügung. Moderne Solarzellen arbeiten mit Dünnschichten aus Halbleitern, die Sonnenlicht in elektrische Energie umwandeln. Der Schlüssel, um ihre Effizienz noch weiter zu…

Quantenoptik im Glas

Rostocker Forschende kommen den Geheimnissen von roten, grünen und blauen Quarks-Teilchen auf die Schliche. Forschenden der Universität Rostock ist es gelungen, in einem unscheinbaren Stück Glas einen Schaltkreis für Licht…

Wolken weniger klimaempfindlich als angenommen

Daten aus Flugkampagne: Passat-Kumuluswolken finden sich auf rund 20 Prozent der Erdkugel und kühlen den Planeten. Bisher wurde erwartet, dass diese Wolken durch die Erderwärmung weniger werden und damit den…

Partner & Förderer