Fitness und Gesundheit ist Deutschen 60 Mrd. Euro wert

Pro Jahr gibt jeder deutsche Bundesbürger zusätzlich zur Krankenversicherung rund 900 Euro für seine Gesundheit aus. Dieses Geld wird in erster Linie in Vorsorgeuntersuchungen, Alternativmedizin, Wellness, Sport und gesunde Ernährung investiert. Das ergab eine repräsentative Studie der Unternehmensberatung Roland Berger Strategy Consultants, die gestern, Dienstag, im Vorfeld der Fitnessmesse Fibo vorgestellt wurde.

So umfasst der sogenannte „Zweite Gesundheitsmarkt“, der alle privat finanzierten Dienstleistungen und Produkte darstellt, heute 60 Mrd. Euro. Das entspricht einer jährlichen Steigerung von sechs Prozent seit dem Jahr 2000. Darüber hinaus würden die Deutschen aber noch mehr in ihre Gesundheit investieren – wenn sie könnten. Die zusätzliche Nachfrage betrage 16 Mrd. Euro, allein das Angebot fehle, so die Studienautoren.

„Fast alle Bevölkerungsgruppen, unabhängig vom Einkommen, möchten zunehmend etwas für Ihre Gesundheit tun und nutzen gesundheitsfördernde Produkte und Dienstleistungen“, erklärt Studienautor und Gesundheitsexperte Joachim Kartte. So hätten die Bundesbürger sich ihre Gesundheit in den vergangenen Jahren deutlich mehr kosten lassen, als die durchschnittlichen Einkommenssteigerungen hergäben. „Durch die zunehmende Berichterstattung über Gesundheit, verbunden mit immer neuen Angeboten ist auch ein selbstverstärkender Prozess in diesem Markt entstanden“, fügt Karsten Neumann, Projektmanager im Bereich Pharma and Healthcare bei Roland Berger, gegenüber pressetext hinzu.

Allerdings sei das Interesse am gesunden Leben nicht in der ganzen Bevölkerung gleich verteilt: Die Studie konnte fünf repräsentative Typen von Konsumenten ausmachen, deren Gesundheitsverhalten sich in allen Alters-, Einkommens- und Bildungsschichten widerspiegele. „Die Herausforderung für Unternehmen und für Präventionspolitik liegt gerade darin, dass man seine Zielgruppe nicht anhand soziodemografischer Merkmale identifizieren kann, sondern sie über ihre Einstellungen und ihr Verhalten erreichen muss“, sagt Neumann.

So sind die „rundum Aktiven“ sehr sportlich und interessieren sich für Wellnes. Sie geben einiges Geld für Vorsorge und Zusatzversicherungen aus, machen sich aber keine großen Gedanken um ihre Gesundheit. Die „sorglosen Sportler“ sehen ihren Lebensinhalt im Trainieren, Gesundheit ist für sie dabei ein positiver Nebeneffekt. Die „traditionellen Minimalisten“ hingegen haben kaum Interesse an Sport und Gesundheitsthemen. Ähnlich sieht es bei den „passiven Zauderern“ aus, die zwar meinen, dass sie mehr für ihre Gesundheit tun sollten, es aber doch bei dem guten Vorsatz belassen. Die „selbstkritisch Interessierten“ wiederum befassen sich oft und gern mit Gesundheitsthemen und stellen den Typ dar, der am meisten für Gesundheit ausgibt.

Unternehmen, die sich im „Zweiten Gesundheitsmarkt“ betätigen wollen, rät Kartte: „Sie sollten diese Grundtypen kennen, damit sie wissen, wen sie wie ansprechen können.“ Dann erhielten die Kunden, was sie sich wünschen, und die Unternehmen könnten das Wachstum des „Zweiten Gesundheitsmarktes“ für sich nutzen. Laut Studie seien die Ausgaben für Vorsorgemaßnahmen in den vergangenen zehn Jahren um zehn Prozent gestiegen. Auch die Investitionen in gesunde Lebensmittel hätten sich um acht Prozent erhöht. Zudem verzeichnete der Deutsche Sportstudioverband einen Anstieg der Mitgliederzahlen um 700.000 auf nunmehr 5,25 Mio., Tendenz weiter steigend.

Ansprechpartner für Medien

Claudia Misch pressetext.deutschland

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