Watchblog unter Beobachtung

BILDblog.de ist das wohl bekannteste „Watchblog“ Deutschlands. Seit Juni 2004 begleitet BILDblog die Berichterstattung der BILD-Zeitung, der Bild am Sonntag (BamS) sowie des Online-Angebots von Bild.de. Die Resonanz ist beachtlich: BILDblog hat nach Angaben der Betreiber zwischen 40.000 und 50.000 Besucher täglich und knapp 1,3 Millionen Besuche pro Monat.

Nun liefert eine Studie des Lehr- und Forschungsbereichs Kommunikationswissenschaft der Otto-Friedrich-Universität Bamberg in Kooperation mit der Forschungsstelle „Neue Kommunikationsmedien“ (FoNK) erstmals fundierte Informationen zur Leserschaft von BILDblog, zu ihren Lektüremotiven und -routinen. Ermittelt wurde auch, wie die Leser die journalistische Arbeit von BILDblog beurteilen und inwiefern sie bereit sind, diese finanziell zu unterstützen. Zum Forschungsteam gehörten Dr. Gabriele Mehling, Dr. Johannes Raabe und Dr. Kristina Wied vom Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft sowie die FoNK-Mitarbeiter Dr. Jan Schmidt (inzwischen Hans-Bredow-Institut in Hamburg) und Dipl.-Soz. Florian L. Mayer.

An der Online-Befragung, die im Oktober und November 2007 im Auftrag von BILDblog durchgeführt wurde, nahmen etwa 20.000 Nutzer teil. Auch wenn die Ergebnisse keine Repräsentativität beanspruchen können, geben sie weitreichende Aufschlüsse über unterschiedliche Aspekte der Nutzung von BILDblog. Bemerkenswert ist, dass die Leserschaft zu fast 85 Prozent männlich ist. Moniert wurde, dass die Möglichkeit, selbst auf Fehler in den BILD-Medien hinzuweisen, zwar gegeben ist, ein Feedback der Redaktion aber meist ausbleibt. Die publizistische Leistung des BILDblogs wird vor allem darin gesehen, ein kritisches Bewusstsein für journalistische Qualität im Allgemeinen und im Bezug auf die BILD-Zeitung im Speziellen zu wecken. Eher skeptisch beurteilen die Befragten allerdings, ob die Arbeit des BILDblogs tatsächlich zu einer Qualitätsverbesserung der BILD-Zeitung beitragen kann.

Weitere Informationen unter http://www.uni-bamberg.de/kowi/news/bildblog. Die Ergebnisse und eine detaillierte Auswertung der Befragung sind bereits in einem Forschungsbericht veröffentlicht, der ebenfalls dort abrufbar ist.

Media Contact

Dr. Martin Beyer idw

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