Internet-Studie Viele Unternehmen könnten das Internet besser nutzen

Das deutsche Dienstleistungsgewerbe und der Handel sind besonders zufrieden mit ihren Webauftritten und machen auch am meisten aus den Kommunikationsmöglichkeiten. Das Handwerk landet nach einer Studie des Electronic Commerce Forum auf den hinteren Plätzen.

Um die kommerzielle Nutzung des Internet voranzutreiben und die Position Deutschlands in der Internet-Ökonomie zu stärken, wurden von der Bundesregierung, der EU-Kommission und auch von

Unternehmen wie der Deutschen Telekom eine Reihe von Förderprogrammen und Aktionen initiiert. Der Erfolg des Engagements ist erkennbar, wie eine aktuelle Studie des Verbandes der Deutschen Internetwirtschaft (eco) ausweist. Doch zeigen die Ergebnisse auch, dass gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten ist.

Pünktlich zur ’Internet-World’ vom 4. Bis 6. Juni in Berlin – Deutschlands größter Online-Messe – stellte das Electronic Commerce Forum seine Befragungsergebnisse aus 25.000 deutschen Unternehmen vor. Danach ist für alle Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern die eigene Homepage Standard. Im Rückstand befinden sich Handwerk, Industrie und Bauwirtschaft, wo jeweils nur 90 Prozent der Unternehmen eine eigene Homepage haben.

Bei den Firmen, die über eine eigene Homepage verfügen, sind es wieder diese drei Unternehmensgruppen, die am wenigsten mit ihrem Auftritt zufrieden sind (nur 73 und 77,9 Prozent). Mit 83,6 Prozent zeigen sich Dienstleistung und Handel am zufriedensten mit ihrem Webauftritt. Bei der eco-Umfrage stellte sich außerdem heraus, dass ein großer Teil des Handwerks den Internet-Auftritt nur aus Imagegründen nutzt und auch lediglich einmal jährlich aktualisiert. Ganz anders beim Groß- und Einzelhandel sowie vor allem bei Banken und Versicherungen, für die der Internetauftritt mehr als Imagepolitur darstellt und daher fleißig auf den neuesten Stand gebracht wird.

Das Handwerk ist das Schlusslicht

Längst nicht alle Unternehmen mit eigener Homepage nutzen die damit verbundenen Chancen zur Information und Kommunikation mit ihren Kunden. Zur Spitze zählen hier der Groß- und Einzelhandel, Banken und Versicherungen sowie das Gastgewerbe, das über Speisen und Hotelzimmer nicht nur informiert, sondern diese auch aktiv über das Netz vermarktet. Auf den weiteren Plätzen folgen die Dienstleister, Industrie und Bauwirtschaft sowie als Schlusslicht das Handwerk.

Einen E-Mail-Newsletter als Mittel zur Kundenbindung und Kundengewinnung nutzen insgesamt nur wenige Unternehmen. Mit Abstand am häufigsten setzen Banken und Versicherungen dieses Instrumentarium ein, die auch das Direktmarketing per Briefpost intensiv nutzen. Im Hinblick auf die Flexibilität bei der Bearbeitung von Kundenanfragen und der Nutzung der neuen Kommunikationsmittel ergibt sich jedoch ein ganz anderes Bild. Hier sind gerade kleine Firmen mit ein bis zehn Mitarbeitern deutlich fixer und beantworten über zwei Drittel der E-Mail-Anfragen postwendend innerhalb von 24 Stunden. Auf der anderen Seite fehlt den ’Kleinen’ oft das fachliche Wissen um die Fallstricke bei der Nutzung der neuen Medien. Gut ein Drittel von Ihnen weiss beispielsweise nicht, dass beim Versand von E-Mail-Newslettern vorab das Einverständnis des Empfängers eingeholt werden muss.

Aus den Befragungsergebnissen ziehen die eco-Marktforscher das Fazit: ’Unternehmen, die ihren Internet-Auftritt für die Kommunikation mit Kunden einsetzen, aktuelle Inhalte bereitstellen, ihre Online-Besucher kennen sowie durch E-Mail-Newsletter Interessenten und Stammkunden gezielt auf ihre Homepage führen, sind zufriedener mit ihrem Internet-Auftritt’.

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