Flachs und Hanf: Künftig Chancen in Deutschland?

Die Studie „Markt- und Konkurrenzsituation bei Naturfasern und Naturfaser-Werkstoffen (Deutschland und EU)“ wurde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert.

Sie gibt einen umfassenden Überblick über die aktuelle Marktsituation und die Zukunftschancen der alten Kulturpflanzen Flachs und Hanf. Auch wenn die aktuellen Anbauzahlen sehr gering sind, bieten sich attraktive Marktpotenziale in zahlreichen Anwendungen. Welche das sind und wie man sie erschließen könnte, das behandeln die Autoren um Michael Carus vom nova-Institut ausführlich auf fast 400 Seiten.

Flachs und Hanf wurden und werden vor allem wegen ihrer hochwertigen Naturfasern angebaut. Während in der EU die Nutzung von Flachs überwiegt, räumen Fachleute in Deutschland vor allem dem Hanfanbau gute Chancen ein. Deshalb wurde auf diesen Aspekt ein besonderer Schwerpunkt gelegt.

Doch auch zum Flachs oder Faserlein finden sich in der Studie zahlreiche Fakten, von der Wirtschaftlichkeit des Anbaus und der Weiterverarbeitung über die technischen Eigenschaften und Preise bis hin zum heutigen und zukünftigen Marktvolumen und der damit eng zusammen hängenden Konkurrenzsituation gegenüber exotischen Fasern.

Die Darstellung listet jedoch nicht nur Daten auf, sie bezieht auch Stellung. Auf die Frage, warum Flachs und Hanf die Chance zu einer Renaissance bekommen sollten, gibt sie Antworten. Eine davon lautet: Der deutlich unter dem von Konkurrenzprodukten liegende Energieaufwand zur Herstellung der Fasern macht den Rohstoff unter ökologischen Gesichtspunkten interessant. Die Studie zeigt weitere ökologische Vorteile auf, untersucht aber auch Hemmnisse, die der Anbauerweiterung derzeit entgegenstehen.

Das nova-Institut beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Thema Naturfasern, Michael Carus hat dazu seit 1993 zahlreiche Bücher, Broschüren und Fachartikel veröffentlicht.

Die Gülzower Fachgespräche werden von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) herausgegeben. Der Band 26 „Markt- und Konkurrenzsituation bei Naturfasern und Naturfaser-Werkstoffen (Deutschland und EU)“ kann kostenlos auf www.fnr.de – Literatur bestellt werden.

Nicole Paul

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) e.V. fördert im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) Forschung, Entwicklung und Markteinführung zu nachwachsenden Rohstoffen.

Ansprechpartner für Medien

Dr. Torsten Gabriel idw

Weitere Informationen:

http://www.fnr.de

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