Impfungen über "Tattoo-Technik" erfolgreicher

Deutsche Wissenschaftler haben bei Forschungen mit Mäusen herausgefunden, dass durch den Einsatz von Tätowiertechniken die Immunantwort der Mäuse deutlich gesteigert werden konnte. In Verbindung mit Impfstoffen könnte auf diese Weise auch bei Menschen die Aufnahme von Impfseren verbessert werden.

„Die sogenannte DNA-Impfung steht nicht in Konkurrenz zu konventionellen Impfungen, da diese sich noch nicht kommerziell etablieren konnte. DNA-Impfungen enthalten zudem Nukleinsäure, die sich in ihrer Anwendung problematischer darstellen als herkömmliche Impfungen“, erklärt Martin Müller, Krebsforscher am Heidelberger Krebsforschungszentrum. „Diskussionen über DNA-Impfungen gibt es bereits, da diese besonders dann erfolgreich eingesetzt werden können, wenn es zum Beispiel zu einer Pandemie kommt“, so Müller im pressetext-Interview.

„Der Einsatz einer DNA-Impfung könnte im Zuge einer Grippeimpfung eingesetzt werden, da DNA-Impfstoffe sehr schnell produziert werden können. Auch die Reinigung der DNA erfolgt immer nach dem gleichen Schema“, so Müller. Diese Art der Impfung ist als Routineimpfung bei Masern nicht zu empfehlen. „Kinder können mit dieser Methode nicht behandelt werden. Dies wäre für sie einfach zu schmerzhaft“, meint Müller.

Mäuse, die in der Studie unter Anwendung der Tattoo-Technik geimpft wurden, hatten eine 16-mal höhere Antikörper-Bildung als jene, die mit einer herkömmlichen Injektion behandelt wurden. „Der Schaden der bei einer Tätowierung durch die Tattoonadel entsteht, stellt eine mögliche Erklärung für die Immunantwort des Körpers dar“, so Müller. Die Technik der „Tattoo-Impfung“ kann man sich aber auch sehr gut in der Beimpfung von Tieren vorstellen, sagt der Forscher. Aber auch bei therapeutischen Impfungen gegen Krebs könnte sich Müller den Einsatz der Tattoo-Impfung vorstellen.

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Sandra Haas pressetext.deutschland

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