Internationale Mercer-Studie zeigt: Weltweiter Trend zur Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters

Aufgrund der höheren und stetig steigenden Lebenserwartung heben viele Länder weltweit das gesetzliche Renteneintrittsalter an, um die Kosten für die soziale Sicherung zu reduzieren. Das internationale Beratungsunternehmen Mercer hat in 47 Ländern weltweit das aktuelle gesetzliche Renteneintrittsalter sowie die beschlossenen Änderungen untersucht.

Dabei bezeichnet das gesetzliche Renteneintrittsalter das Alter, ab dem Arbeitnehmer die volle ungekürzte Rente erhalten. In den meisten Ländern haben die Arbeitnehmer daneben die Möglichkeit, eine gekürzte Rente schon bis zu fünf Jahren vor dem gesetzlichen Rentenalter zu beziehen.

Dennoch – so zeigt der internationale Vergleich – wird langfristig die Lebensarbeitszeit steigen. Zu beobachten ist eine allgemeine Tendenz hin zu höheren gesetzlichen Renteneintrittsaltern. Ein sehr hohes gesetzliches Renteneintrittsalter verzeichnen Norwegen und die USA: Arbeitnehmer in Norwegen können zwischen dem 67sten und 70sten Lebensjahr in Rente gehen, ohne eine Kürzung hinnehmen zu müssen. In den USA hängt das Renteneintrittsalter vom Geburtsjahrgang ab. Wer 1937 oder davor geboren ist, geht mit 65 Jahren ohne Abstriche in den Ruhestand, während das gesetzliche Renteneintrittsalter für die Jahrgänge nach 1960 erst bei 67 Jahren liegt.

Ähnlich hoch ist das Renteneintrittsalter in Deutschland, Dänemark und Großbritannien. Deutschland wird von 2012 an das Renteneintrittsalter bis 2029 allmählich auf 67 Jahre erhöhen.

Dänemark hat sich einen Zeitrahmen von 2024 bis 2027 gesetzt, um den gesetzlichen Rentenanspruch von 65 auf 67 anzuheben. In Großbritannien wird bis 2020 ein Renteneintrittsalter von 65 durchgesetzt sein, was zwischen 2024 und 2046 schrittweise auf 68 Jahre aufgestockt werden wird.

Stefan Oecking, Leiter des Bereichs International Consulting von Mercer in Deutschland dazu: „Steigende Sozialversicherungskosten und sinkende Sterblichkeitsraten treiben Veränderungen im Bereich der Altersvorsorge an. Die Regierungen erwarten zunehmend von den Unternehmen, Lösungen für ihre Arbeitnehmer anzubieten. Die Bedeutung von Zusatzleistungen wie der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) nimmt daher immer mehr zu. Im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter stellen sie ein attraktives Instrument zur Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern dar.“

In Deutschland hat der Gesetzgeber vor wenigen Wochen entschieden, dass die betriebliche Altersversorgung aus Entgeltumwandlung weiterhin sozialabgabenfrei bleiben wird. „Den Unternehmen steht damit auch in Zukunft ein kostengünstiges und risikoarmes Instrument zur Verfügung, ihren Mitarbeitern eine effiziente Vorsorgemöglichkeit für das Alter anzubieten“, so Stefan Oecking weiter.

Ein weiterer Trend, den die Mercer-Analyse zeigt, ist die Angleichung des Renteneintrittsalters von Männern und Frauen in vielen Ländern. In Österreich zum Beispiel wird das Renteneintrittsalter für Frauen von 2024 bis 2033 schrittweise von 60 auf 65 Jahre angehoben. In Belgien gilt ab 2009 für Frauen eine Altersgrenze von 65 Jahren statt wie bislang von 64.

Der demographische Wandel und die zunehmende Lebenserwartung steigern besonders in Ländern, in denen das Renteneintrittsalter unter 65 Jahren liegt, den Reformdruck: „Dies gilt vor allem für China, wo die Bevölkerung sehr schnell altert und die weltweit höchste Zahl an älteren Menschen aufweist“, erläutert Stefan Oecking.

Das derzeitige Renteneintrittsalter in China beträgt für Männer 60 Jahre und für Frauen 50 bis 55 Jahre. In Indien erhalten Männer und Frauen den ungekürzten Rentensatz, wenn sie zwischen 58 und 60 Jahren in den Ruhestand gehen. In Japan galt bislang ein gesetzliches Renteneintrittsalter von 60 Jahren. Derzeit wird jedoch bereits an einer Erhöhung auf 65 Jahre gearbeitet.

Zur Studie

Die in der Pressemeldung genannten Studienergebnisse beziehen sich auf den Stand vom 1. November 2007. Zwischenzeitliche gesetzliche Änderungen sind somit nicht berücksichtigt.

Die Ergebnisse der Studie flossen in die englischsprachige Publikation „Benefit Plans Around the World: A Guide for Multinational Employers (2007)“ ein. Dieser Leitfaden bietet multinationalen Unternehmen umfassende Informationen zur gängigen Benefit-Plangestaltung sowie zu lokalen Gesetzesregelungen und aktuellen Trends in 47 Ländern weltweit. Multinationale Unternehmen nutzen die Studienergebnisse zur Festlegung attraktiver Gesamtvergütungspakete für Mitarbeiter weltweit. Die Broschüre kann unter www.mercer.com/bpaw oder über die Presseabteilung bestellt werden.

Mercer zählt zu den führenden globalen Anbietern von Dienstleistungen in den Bereichen Consulting, Outsourcing und Investments mit über 25.000 Kunden weltweit. Die Berater von Mercer unterstützen Unternehmen bei der Gestaltung und dem Management von betrieblichen Nebenleistungen, insbesondere im Bereich betriebliche Altersversorgung und Gesundheitsleistungen sowie bei der Optimierung des Human Capital Managements. Das Unternehmen ist überdies einer der führenden Anbieter von Verwaltungs- und Outsourcing-Lösungen für betriebliche Nebenleistungen. Die Mercer-Dienstleistungen im Bereich Investment beinhalten das Investment Consulting sowie Multi-Manager Investment-Produkte. Mercer ist mit 17.000 Mitarbeitern in über 40 Ländern tätig. Das Unternehmen ist Teil der Marsh & McLennan Companies, Inc. (www.mmc.com). Die Aktie der Muttergesellschaft ist mit dem Ticker-Symbol MMC an den Börsen New York, Chicago, Pacific und London notiert.

Mercer Deutschland GmbH, www.mercer.de

In Deutschland zählt Mercer mit derzeit rund 330 Mitarbeitern an den Standorten Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart zu den führenden Anbietern von Dienstleistungen in den Bereichen Consulting, Outsourcing und Investments. Mit Wirkung zum 1. Januar 2008 übernimmt Mercer die Höfer Vorsorge-Management GmbH & Co. KG, ein führendes deutsches Beratungsunternehmen für betriebliche Altersversorgung. Mercer wird dann mit insgesamt mehr als 500 Mitarbeitern in Deutschland vertreten sein.

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