Alte Ägypter: Verstopfte Arterien durch Göttergaben

Die verschwenderisch großzügigen Festbanketts für die alten ägyptischen Götter haben die Arterien der Priester verstopft, die das Essen mit nach Hause zu ihren Familien genommen haben. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of Manchester gekommen.

Die Analyse der Speisen, die auf den Tempelwänden aufgelistet sind, ergab, dass diese Speisen voll von ungesättigtem Fett waren. Scans der Mumien von Priestern zeigten viele blockierte Arterien. Die in The Lancet veröffentlichte Untersuchung weist nach, dass Atherosklerose keine moderne Krankheit ist.

Hoher Fettgehalt im Mahl der Götter

Die Ägyptologin Rosalie David betonte, es gebe keine mehr beschwörende Botschaft: „Lebe wie ein Gott und Du wirst es mit Deiner Gesundheit bezahlen.“ Die Übersetzungen der Inschriften berichten, was den Göttern drei Mal am Tag angeboten wurde: Rindfleisch, Gänse, Brot, Früchte, Gemüse, Kuchen, Wein und Bier. Nach dem Ritus nahmen die Priester die Speisen mit nach Hause. Eine Analyse ergab, dass das Mahl der Götter einen sehr hohen Fettgehalt hatte.

Gänsefleisch hat zum Beispiel 63 Prozent Fettgehalt, 20 Prozent davon gesättigt. Auch das Brot war nährstoffreicher als heute. Es wurde of mit Fett, Milch und Eiern versetzt. Die Wissenschaftler gehen auch davon aus, dass die mit den Speisen aufgenommene Salzmenge hoch war. Es wurde häufig zur Konservierung eingesetzt. Die den Göttern angebotenen Speisen waren viel reichhaltiger als die einfachere, hauptsächlich vegetarische Ernährung der meisten Ägypter.

Analyse von mehr als 60 Mumien

Die Wissenschafter analysierten die Ergebnisse von mehr als 60 Mumien, die in den letzten 30 Jahren entweder mit Röntgenstrahlen oder mittels rehydrierter Gewebeproben untersucht worden waren. Es gab klare Beweise für blockierte Arterien und Schädigungen der Arterien, sowohl bei den Priestern als auch bei ihren Familien.

Bei den 16 Mumien, deren Herzen und Arterien von CT-Scans identifiziert werden konnten, wiesen 9 Verhärtungen der Arterien auf. David betonte, dass die Inschriften auf den Sarkophagen ausreichend Informationen dafür lieferten, dass die sterblichen Überreste eindeutig als Priester und damit einer spezifischen sozialen Gruppe zugehörig identifiziert werden konnten.

Wiederholung der Geschichte

Mitautor Tony Heagerty von der Cardiovascular Research Group at Manchester University http://www.medicine.manchester.ac.uk/cardiovascular erläuterte, dass es eindeutige Beweise dafür gebe, dass Atherosklerose eine alte durch die Ernährung hervorgerufene Krankheit ist. Das epidemische Auftreten im 20. Jahrhundert sei daher laut BBC nicht mehr als eine Wiederholung der Geschichte.

Media Contact

Michaela Monschein pressetext.austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen

Hier bietet Ihnen der innovations report interessante Studien und Analysen u. a. aus den Bereichen Wirtschaft und Finanzen, Medizin und Pharma, Ökologie und Umwelt, Energie, Kommunikation und Medien, Verkehr, Arbeit, Familie und Freizeit.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Entwicklung von High-Tech Tech-Schattenmasken für höchsteffiziente Si-Solarzellen

Das Technologieunternehmen LPKF Laser & Electronics AG und das Institut für Solarenergieforschung Hameln (ISFH) haben einen Kooperationsvertrag vereinbart: Gemeinsam werden sie Schattenmasken aus Glas von LPKF zur kostengünstigen Herstellung hocheffizienter…

Hitzewellen in den Ozeanen sind menschgemacht

Hitzewellen in den Weltmeeren sind durch den menschlichen Einfluss über 20 Mal häufiger geworden. Das können Forschende des Oeschger-Zentrums für Klimaforschung der Universität Bern nun belegen. Marine Hitzewellen zerstören Ökosysteme…

Was Fadenwürmer über das Immunsystem lehren

CAU-Forschungsteam sammelt am Beispiel von Fadenwürmern neue Erkenntnisse über die Regulation der angeborenen Immunantwort. Alle höheren Lebewesen verfügen über ein Immunsystem, das als biologischer Abwehrmechanismus den Körper vor Krankheitserregern und…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close