Die Ärmsten haben das größte Diabetes-Risiko

Die Briten mit dem geringsten Einkommen erkranken mehr als doppelt so wahrscheinlich in jedem Lebensalter an Diabetes als ein Durchschnittsbürger.

Jene Diabetiker, die unter den schlechtesten Wohnbedingungen leben, leiden doppelt so wahrscheinlich an Komplikationen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Wohltätigkeitsorganisation Diabetes UK gekommen. Fettsucht, Mangel an Bewegung, schlechte Ernährung und Rauchen sind dafür laut Studie verantwortlich. Ab dem Jahr 2008 wurden bei 2,5 Mio. Menschen in Großbritannien Diabetes diagnostiziert.

Die Studie zeigte auch, dass Frauen, die in Haushalten mit den niedrigsten Einkommen leben, vier Mal so wahrscheinlich an Diabetes erkranken wie Frauen in Haushalten mit dem höchsten. Die Anzahl der Erkrankungen in Wales ist in den ärmsten Gegenden fast doppelt so hoch wie in den reichsten.

Douglas Smallwood, der Geschäftsführer von Diabetes UK, betont, dass Maßnahmen gesetzt werden müssen, um zu verhindern, dass Menschen in Mangel leben und früh sterben. Die Gesundheitsbehörden müssten das Bewusstsein bei jenen stärken, die dem höchsten Risiko ausgesetzt sind. Zusätzlich müsse der National Health Service sicherstellen, dass eine entsprechende Versorgung mit hoher Qualität überall im Land zur Verfügung steht und, dass jeder – ohne Rücksicht auf seien sozioökonomischen Status – Zugang dazu habe.

Studien hätten gezeigt, dass Diabetiker, die in sozial benachteiligten Gegenden lebten, weniger wahrscheinlich entscheidende Gesundheitsuntersuchungen machten und damit einem erhöhten Risiko schwerer Komplikationen ausgesetzt seien. „In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, wenn die Menschen eher zu billigeren Fertiggerichten greifen, müssen die Informationen auf den Verpackungen klar und einheitlich sein, damit bewusste Entscheidungen über das Essen getroffen werden können.“

Die Zahl der Erkrankungen ist in den letzten Jahren laut BBC aufgrund von verstärkten Bemühungen Menschen zu finden, die ohne ihr Wissen Diabetiker waren, zurückgegangen. Schätzungen gehen davon aus, dass 2025 mehr als vier Mio. Diabetiker allein in Großbritannien leben werden. Am häufigsten verbreitet ist Typ-2-Diabetes, der allgemein mit Faktoren der Lebensführung wie Übergewicht in Zusammenhang gebracht wird. Ohne entsprechende Behandlung können Komplikationen wie Herzerkrankungen, Schlaganfall, Nierenversagen, Blindheit und Amputation von Gliedmaßen drohen.

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Michaela Monschein pressetext.austria

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