Reise zum Mars mit Schutzschild möglich

Der erste Flug eines Menschen zum Mars könnte bald Realität werden, denn das größte Hindernis dafür scheint überwunden. Forscher des Londoner Science and Technology Facilities Council fanden heraus, wie man sich der Mensch vor den tödlichen Strahlungen, denen er im All ausgesetzt ist, schützen kann.

Für die Konstruktion eines Schutzschilds, der den Strahlenwert auf ein erträgliches Ausmaß senkt, kommt längst vorhandenes Wissen aus der Nuklearfusion zur Anwendung, das jedoch erst jetzt im Modellversuch bestätigt und verfeinert werden konnte.

Der Sonnenwind umfasst Protonen, Elektronen und Alphateilchen die beim Menschen tödliche Strahlungsschäden verursachen. Ein natürlicher Magnetschild schützt die Erde vor diesen Strahlung und macht menschliches Leben am blauen Planeten erst möglich. Bisher verließen nur die Apollo-Astronauten der 60er- und 70er-Jahre diese Schutzzone.

Sie konnten der gelegentlich als Sonnenwind auftretenden Strahlung nur ausweichen, da ihr Aufenthalt im All sehr kurz war. Bei einer 18 Monate dauernden Reise durch das Weltall, die für eine Marsmission notwendig wäre, ist die Wahrscheinlichkeit des Zusammentreffens mit Sonnenwinden jedoch hoch.

Schon in den 60er-Jahren war die Idee aufgekommen, ein magnetisches Mini-Schutzschild für Raumfähren nachzubauen, das die hochgeladenen, ionisierten Partikel des Sonnenwinds zerstreut. Damalige Berechnungen gingen jedoch davon aus, dass für ausreichenden Schutz eine über 100 Kilometer große Magnetblase und somit enorme Energiemengen nötig sei. Pläne eines derartigen Generators wurden daher wieder fallen gelassen.

Anhand von Labor-Sonnenwinden, die dank moderner Nuklearphysik nachgestellt wurden, konnte nun gezeigt werden, dass schon ein kleines Loch in diesen Winden für ausreichenden Schutz vor den Partikelstrahlungen genügt. Eine Magnetblase von einigen hundert Metern, den ein in der Raumfähre transportierter Generator erzeugt, würde demnach für den Schutz einer Marsmission reichen. „Astronauten können so in Zukunft von den tödlichen Strahlen geschützt werden“, beurteilt Forschungsleiterin Ruth Bamford die Erkenntnisse.

Media Contact

Johannes Pernsteiner pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://www.scitech.ac.uk

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