Zwei Kleinplaneten nach Jenenser Astronomen benannt

Das kleine, leuchtschwache, mit Kreis markierte Objekt ist der Kleinplanet "Dorschner". Aufgenommen am 11. Mai 2004 von Torsten Loehne und Andreas Seifahrt von der Jenaer Uni-Sternwarte mit dem 80-cm-Teleskop der Uni-Sternwarte München.

Außergewöhnliche Ehrung für Astronomen der Universität Jena

Eine viel größere und dauerhaftere Ehre kann einem Astronomen kaum widerfahren: wenn ein Himmelskörper nach ihm benannt wird. Am Ende ihrer aktiven Wissenschaftslaufbahn wird diese Ehre direkt zwei Mitarbeitern des Astrophysikalischen Instituts der Universität Jena zuteil. Nach Dr. Joachim Gürtler, der am 31. Januar in den Ruhestand ging, und Dr. Johann Dorschner, der am 31. August aus dem Universitätsdienst ausscheidet, sind zwei Kleinplaneten benannt worden. Die Internationale Astronomische Union hat gerade die Namensgebung bestätigt. „Das ist eine große und seltene Ehre“, bekräftigt Institutsdirektor Prof. Dr. Ralph Neuhäuser.

Die Kleinplaneten wurden bereits 1991 von Dr. Freimut Börngen von der Thüringer Landessternwarte Tautenburg und Dr. Lutz D. Schmadel vom Astronomischen Rechen-Institut Heidelberg aufgespürt. Sie widmeten ihre Entdeckung den beiden Jenaer Kollegen von der Universitäts-Sternwarte.

„Gürtler“ heißt nun der Kleinplanet Nr. 73692. Dies ist auch Anerkennung von Joachim Gürtlers Forschungen zum interstellaren Medium. Er ist Mitentdecker des CO2-Eis in interstellaren Wolken. Der Kleinplanet Nr. 73693 heißt nach Johann Dorschner, der v. a. auf dem Gebiet des inter- sowie des zirkumstellaren Staubes gearbeitet hat. Dorschner gründete den Jenaer Laborastrophysikzweig, der Grundlegendes zur Physik und Mineralogie des interstellaren Staubes beitrug. Dieser Zweig wird an der Jenaer Universität intensiv weitergeführt, derzeit u. a. im Rahmen einer DFG-Forschergruppe.

Johann Dorschner und Joachim Gürtler, beide Jahrgang 1939, haben gemeinsam in Jena studiert und 40 Jahre an der Friedrich-Schiller-Universität gearbeitet. „Ich gönne ihnen den Ruhestand von Herzen“, so Prof. Neuhäuser. „Doch damit endet auch eine Epoche der Jenaer Astrophysik“, bedauert der Institutsdirektor.

Media Contact

Axel Burchardt idw

Weitere Informationen:

http://www.astro.uni-jena.de

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