Mangroven pflanzen schützt bedrohte Arten und unser Klima

Quelle: GNF - Global Nature Fund

Obwohl sie flächenmäßig nur etwa 0,4 Prozent des weltweiten Waldbestandes ausmachen, haben sie ein enormes Potenzial Kohlenstoff zu binden: Wissenschaftler schätzen ihr Speicherpotenzial um ein vielfaches höher ein als das anderer Wälder.

Viele Hundert Tonnen Kohlenstoff kann ein Hektar gesunder Mangrovenwald speichern. Der Großteil wird hierbei in den bis zu zehn Meter dicken Schlamm- und Brackwasserböden der Mangrovenstandorte gebunden.

Dieses Speicherpotenzial der Mangroven und die Geschwindigkeit, mit der Stickstoff gebunden wird, ist einzigartig und übertrifft alle anderen Waldtypen. Deshalb kommt dem tropischen Mangrovenwald eine immense Bedeutung für den Klimaschutz zu.

Darüber hinaus beherbergen die Lebensräume zwischen Land und Wasser eine äußerst hohe Dichte an Tier- und Pflanzenarten, die in und von dem einzigartigen Ökosystem leben. Neben Säugern, Reptilien, Amphibien und Vögeln profitieren vor allem aquatische Arten wie Fische und Krebstiere von dem dichten Wurzelwerk unter Wasser.
„Über 70% der tropischen Fischbestände nutzen die charakteristischen Luftwurzelstrukturen im Verlauf ihres Lebens – sei es als Brutstätte, Kinderstube oder Nahrungsquelle“ weiß Udo Gattenlöhner, Geschäftsführer der Naturschutzorganisation Global Nature Fund. „Gleichbedeutend wichtig sind die Wälder außerdem für die lokale Bevölkerung als Lebensgrundlage und überlebenswichtiger Schutz vor Bodenerosionen und zerstörerischen Flutwellen.“

In den letzten Jahrzehnten verschwanden die Wälder jedoch in rasender Geschwindigkeit und nahezu unbemerkt von unserem Planeten. Nach wie vor werden mehr als 70.000 Hektar der weltweiten Mangrovenbestände jedes Jahr unwiederbringlich zerstört. Hauptursachen sind neben der wachsenden Bevölkerungsdichte und der sich ausbreitenden Landwirtschaft vor allem die Umwandlung in kommerzielle Garnelenfarmen. Schätzungen zufolge wurden bislang über 1,4 Mio. Hektar Mangrovenwälder für sogenannte Aquakulturen vernichtet. Leider stehen nur 7% der Mangrovenbestände weltweit unter Schutz, bei weitem zu wenig um die faszinierenden und lebensnotwendigen Wälder zu erhalten.

„Das Schicksal der Mangroven wird kaum wahrgenommen. Jeder kennt die verheerenden Auswirkungen, die die Abholzung der tropischen Regenwälder mit sich bringt, aber kaum jemand weiß, wie fatal die dramatisch voranschreitende Zerstörung der Mangroven ist – für das Klima, die Biodiversität und nicht zuletzt den Menschen“, fasst Udo Gattenlöhner zusammen. Schon seit vielen Jahren setzt sich die Naturschutzorganisation Global Nature Fund für den Erhalt der Wälder ein.
Seit Anfang dieses Jahres wird gemeinsam mit fünf Partnern aus vier asiatischen Ländern ein grenzüberschreitendes Mangrovenschutzprojekt realisiert, in dessen Rahmen über 100 Hektar Mangrovengebiete wiederaufgeforstet werden. Die Partner aus Indien, Sri Lanka, Thailand und Kambodscha tauschen als internationales Mangroven-Netzwerk ihre langjährigen Erfahrungen und Wissen aus und sensibilisieren die lokale Bevölkerung durch die aktive Einbindung und Umweltbildungsmaßnahmen für den Schutz der Wälder. Eine Artenbestandsaufnahme in jedem Land hilft dem Team dabei, zukünftige Schutzprojekte noch bedarfsgenauer zu planen. Vielerorts wurden im Verlauf der letzten Monate bereits Mangrovenbaumschulen zur Aufzucht von Setzlingen eingerichtet, degenerierte Flächen identifiziert und für die Wiederaufforstung vorbereitet.

Das vierjährige Vorhaben wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert, sowie von der Stiftung Ursula Merz unterstützt.

Kontakt:
Global Nature Fund (GNF)
Fritz-Reichle-Ring 4
78315 Radolfzell, Deutschland
Tel.: 0 77 32 – 99 95 – 0
Fax: 0 77 32 – 99 95 – 88
E-Mail: info@globalnature.org

Ansprechpartner für Medien

GNF Info

Weitere Informationen:

http://www.globalnature.org

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