Informationstechnik-Branche kann mit Green IT Vorreiter im Klimaschutz werden

Im Rahmen der Informationstechnologiemesse SYSTEMS 2008 stellt die Deutsche Umwelthilfe ihre neue Initiative „eco IT“ vor. Ziel der Kampagne ist es, die Energie- und Ressourceneffizienz beim Einsatz von Informations- und Telekommunikationstechnik (ITK) deutlich zu steigern.

„Die ITK-Branche hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der großen Stromverbraucher in Deutschland entwickelt“, sagte Rainer Baake, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH).

So werden bereits heute mehr als acht Prozent des Stroms in Deutschland für diesen Bereich aufgewendet, mit steigender Tendenz.

Der von der ITK-Branche zu verantwortende CO2-Ausstoss liege über dem des Flugverkehrs. „Das zeigt die Bedeutung der Branche für den Klimaschutz“, sagte Baake, der die Hersteller zu weiteren Anstrengungen für Energieeffizienz und Ressourcenschutz aufrief. Die Klimaschutzstrategie der Bundesregierung sieht eine Einsparung beim Stromverbrauch in Höhe von elf Prozent bis zum Jahr 2020 vor (gegenüber 2006). „Dies ist nur dann realistisch, wenn wir alle Möglichkeiten zur Energieeinsparung nutzen“, sagte Baake. „Deshalb muss diese Schrittmacher-Branche für die Wirtschaft eine Vorreiterrolle im Klimaschutz übernehmen“.

Besonders bei Rechenzentren und in Firmennetzen gibt es ein großes Energiesparpotential. Durch moderne Techniken wie effizientere Prozessoren, Virtualisierung von Servern und Thin Clients anstelle von PCs an Arbeitsplätzen lassen sich an manchen Stellen bis zu 90 Prozent des Energiebedarfs einsparen. „Häufig jedoch ist den IT-Verantwortlichen in den Unternehmen der Stromverbrauch ihres Bereichs nicht einmal bekannt“, erklärte Steffen Holzmann, Projektleiter ecoIT bei der Deutschen Umwelthilfe. „Für die IT-Verantwortlichen gibt es deshalb keinen Anreiz, ihr Budget durch Energieeinsparungen zu entlasten.“ Die Deutsche Umwelthilfe werde mit dem Projekt ecoIT helfen, Entscheider in Unternehmen und Politik zu informieren und vom Nutzen der Energieeffizienz zu überzeugen.

„IT muss nicht zwangläufig Teil des Klimaproblems sein“, erklärte Holzmann. „Bei einem intelligenten und nachhaltigen Einsatz kann sie auch Teil der Lösung sein“. Er verwies dabei nicht nur auf die bekannten Bereiche Videokonferenzen und Tele-Arbeitsplätze, die im Verkehrsbereich große Mengen CO2 einsparen. Auch an vielen anderen Stellen trägt IT zu einer mittelbaren CO2-Reduktion bei. So revolutionieren virtuelle, dezentrale Kraftwerke die Energieerzeugung in Deutschland, ein Ansatz der nur durch eine intensive Vernetzung von Erzeugern, Sensoren und Verbrauchsprognosen realisierbar ist.

„Diese Beispiele zeigen, wohin die Reise gehen muss“, sagte Holzmann, „Energie wird immer kostbarer werden und müssen lernen diese so intelligent und effizient wie möglich zu nutzen“. Um dies zu erreichen muss die IT-Branche ihre Vorreiterrolle ernst nehmen, und noch mehr Verantwortung für die eigenen Produkte übernehmen. „Der Energieverbrauch des Sektors darf nicht weiter steigen – trotz des wirtschaftlich erfreulichen Wachstums“, forderte Holzmann von der Branche.
Ein Problem der Green IT ist die mangelnde Transparenz im Markt.
„Die Hersteller haben Green IT als großes Thema entdeckt, doch fehlt den Entscheidern häufig die Vergleichbarkeit, um wirklich die energieeffizienteste Lösung finden zu können“, sagte Steffen Holzmann. Denn nicht alles, was Hersteller und Händler als „Green IT“ anpreisen, ist wirklich energie- und ressourceneffizient. Deshalb wird die Deutsche Umwelthilfe als einen Schritt im Rahmen ihres Projekts „ecoIT“ 2009 monatlich Beispiele für intelligente und effiziente Lösungen prämieren und präsentieren. Diese Beispiele sollen im Rahmen des Projekts ecoIT im Internet sowie in einer Broschüre kommuniziert werden.

Media Contact

Rainer Baake presseportal

Weitere Informationen:

http://www.duh.de

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