Blätter sind kein Abfall

Der Herbst zeigt sich gerade von seiner goldenen Seite. Bevor die Bäume ihre Blätter abwerfen, verfärbt sich das Laub in knalliges Rot, strahlendes Gelb und sattes Braun. Mit den ersten Herbststürmen fällt dann all die Pracht Spaziergängern und Gärtnern vor die Füße.

„Laubhaufen sind für Insekten, Frösche und Igel eine wichtige Hilfe, um gut geschützt über den Winter zu kommen.“, sagt Andreas Kinser, Forstexperte der Deutschen Wildtier Stiftung. „Leider wird das Laub in vielen Gärten und Parks stattdessen sofort zusammengefegt und wie Abfall vernichtet.“ In aufgeräumten Gärten haben kleine Tiere aber viel weniger Überlebenschancen.

Rothirsch und Reh, Eichhörnchen und Eichelhäher gehen wie viele Wildtiere in diesem Jahr rund und gesund in den Winter. „Es ist ein Jahr der Fülle, ein sogenanntes Vollmastjahr“, sagt Andreas Kinser. „Die Bäume tragen bis in die Spitzen, hängen mit Eicheln und Bucheckern voll.“ Damit ist der Tisch für alle heimischen Wildtiere reich gedeckt!

Das Abwerfen der Blätter ist eine Überlebensstrategie der Bäume. „Über die Blätter verdunsten bei einem gut hundert Jahre alten Laubbaum täglich mehrere Hundert Liter Wasser“, erläutert Andreas Kinser. Kühlt der Boden ab, lässt die Saugfähigkeit der Baumwurzeln nach. „Bei Frost kommt die Wasseraufnahme der Wurzeln vollends zum Stillstand. Im Winter würde ein Laubbaum verhungern und verdursten, wenn er seine Blätter nicht abwerfen würde.“

Übrigens: Die Bäume in den Tropen kennen deshalb auch keinen Herbst. „Vom Werden bis zum Vergehen sind alle Lebensphasen eines Blattes zugleich an einem Baum zu finden,“ so Kinser.

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Eva Goris idw

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