Biodiversitätskonferenz: Schutz der Inselwelt beschlossen

Marakei-Atoll in Kiribati; Foto: Wolfgang Weitlaner

Große Teile Mikronesiens unter Schutz gestellt

Experten sprechen von einem Meilenstein zur Erhaltung der Biodiversität im Pazifischen Ozean. Bei der 8. Vertragstaatenkonferenz der Konvention über biologischen Vielfalt konnten weitreichende Schutzgebiete in der Inselwelt gesichert werden. Ein Drittel der Küstengewässer und ein Fünftel der gesamten Landfläche Mikronesiens sollen geschützt werden. Auch die karibische Insel Grenada hat angekündigt das marine Schutzgebiet in seinen Küstengewässern um das neunfache auszuweiten.

Der mikronesische Staat Kiribati hat angekündigt, den größten marinen Meerespark des Pazifiks zu errichten. Die 33 Atolle des Landes haben nur 810 Quadratkilometer Landfläche, verteilen sich aber auf eine Fläche von 5,2 Mio. Quadratkilometer – so gesehen ist Kiribati das siebentgrößte Land der Erde. Der neue Meerespark umfasst die Phoenix-Inselgruppe und ist flächenmäßig doppelt so groß wie Portugal. Das bisher schon unberührte Ökosystem soll damit der Menschheit erhalten bleiben. Kiribati ist ebenso wie sein Nachbarstaat Tuvalu von der globalen Erwärmung besonders betroffen, da die flachen Korallenatolle nur wenige Meter aus dem Meer ragen. Zudem sind die Korallen durch die Erwärmung des Wassers gefährdet.

Inseln zählen zu den wichtigsten ökologischen Nischen der globalen Biodiversität. In jahrtausende langer Isolation konnten sich dort Lebensformen anders entwickeln als auf dem Festland. Beispiele sind der inzwischen ausgerottete flugunfähige Vogel Dodo von Mauritius, der Kagu-Vogel in Neukaledonien oder die Brückenechse in Neuseeland. Darüber hinaus weisen die Inseln eine sehr große Zahl verschiedener Lebewesen auf: 16 Prozent der weltbekannten Pflanzenspezies kommen dort vor, bei den marinen Lebensformen sind es sogar 50 Prozent aller global vorkommenden Spezies. Die Isolation macht die Flora und Fauna aber sehr empfindlich: Nur kleine Veränderungen können massive Folgen haben und ganze Populationen ausrotten. Bedroht sind die Inseln durch Abholzung, Überfischung und der Zerstörung der Korallen – von denen nach Angaben von Meeresbiologen bereits ein Drittel schwer geschädigt sind.

Das marine Schutzprojekt im Pazifik, das rund 18 Mio. Dollar kosten wird, wurde von zahlreichen Regierungsfonds, Umweltorganisationen und internationalen Finanzinstitutionen unterstützt. „Die meisten Bewohner der Inseln leben vom Fischfang und Tourismus, daher ist es wesentlich, dass dieses Ökosystem erhalten bleibt“, so Ahmed Djoghlaf, Executive Secretary der Convention on Biological Diversity. Die Tsunamikatastrophe im Dezember 2004 im Indischen Ozean habe deutlich gemacht, wie wesentlich gesunde Korallenriffe und Mangroven für das Überleben sind. „Diese Habitate sind nicht nur lebensnotwendig für die Nahrungsmittel aus dem Meer, sondern haben darüber hinaus wichtige Schutzbarrieren vor den Gefahren des Ozeans“, so Djoghlaf.

Ansprechpartner für Medien

Wolfgang Weitlaner pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://www.biodiv.org

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