Bodenschutz ist nachhaltiger Wasserschutz

"Lebendiger Boden" von Carl Lambertz (1910-1996). Carl Lambertz erinnerte 1982 mit diesem Bild an den Boden als eine Lebensgemeinschaft, die unter steigender Intensität und Vielfalt von Beanspruchungen steht. (Gouache, 1982, Original 48*72 cm)

Veranstaltung der FAL zum Weltwassertag 2006 in der UNESCO Dekade der Nachhaltigkeit


Alljährlich findet am 22. März der Weltwassertag der Vereinten Nationen statt, in diesem Jahr unter dem anspruchsvollen Motto „Wasser und Kultur“. Sauberes Wasser ist, wie fruchtbarer Boden, Grundlage menschlichen Lebens; ihre Verfügbarkeit hat kulturelle Hintergründe geprägt und bildende Künstler inspiriert. Beispiele hierfür sind Werke des schleswig-holsteinischen Künstlers Carl Lambertz, an deren Entstehung seinerzeit auch heutige Mitarbeiter/Innen des Institutes für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig beteiligt waren (Bild 1 und 2).

Der Schutz von Wasserressourcen vor stofflichen Beeinträchtigungen ist eine der großen Gemeinschaftsaufgaben der Menschheit und insbesondere die Landwirtschaft hat hierbei als größter Verbraucher sauberen Wassers eine besondere Verantwortung: 70% des menschlichen Wasserverbrauchs wird für den Feldbau verwendet. Die Erzeugung von 1 kg Getreide benötigt 1.500 Liter Wasser, 1 kg Rindfleisch sogar 15.000 Liter! Wasser wird als sauberes Süßwasser über Regen oder Beregnung in der Landwirtschaft genutzt. Über kurz oder lang gelangt es aber, befrachtet mit Nähr- und Schadstoffen, wieder in Flüsse und Meere. Allein in die Ostsee gelangen jährlich immer noch fast 1 Milliarde kg Stickstoff und 36 Millionen kg Phosphor. Davon entstammen ein Fünftel bzw. ein Drittel aus der Landwirtschaft, abgetragen von Feldern oder aus Böden gewaschen.

Auf der „Rio Konferenz“ 1992 haben sich die Nationen der Welt dem Paradigma „nachhaltiger Entwicklung“ verpflichtet, was nichts anderes heißt als „eine gesellschaftliche Entwicklung anzustreben, welche die Bedürfnisse der heutigen Generation deckt, ohne die kommender Generationen einzuschränken“. Im Falle von Wasser heißt das, unseren Kindern und Kindeskindern saubere Wasserressourcen zu hinterlassen, und das gelingt nur, indem wir unsere Böden vor stofflichen Belastungen schützen. Fast 15 Jahre später hat die Bewegung für nachhaltige Entwicklung viel von ihrem ursprünglichen Glanz verloren; Grund für die Vereinten Nationen im vergangenen Jahr die UNESCO Weltdekade „Nachhaltigkeit lernen“ zu proklamieren.

Als Beitrag dazu bietet das Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig am 7. April 2006 im Forum der FAL eine wissenschaftliche Vortragsveranstaltung an, auf der die Probleme nachhaltiger Entwicklung in der Landwirtschaft am Beispiel des Pflanzennährstoffs Phosphor demonstriert und diskutiert werden.

Phosphor nimmt in der Landwirtschaft eine Sonderstellung ein: als Pflanzennährstoff ist er für Kulturpflanzen lebensnotwendig, in Flüsse und Meere ausgetragen ist er Ursache von Eutrophierung und Algenblüte und als natürliche Ressource gehen seine Vorräte in absehbarer Zeit zur Neige. Allerdings liegt nur ein Teil des Phosphorkreislaufes innerhalb der Landwirtschaft, weshalb die Diskussion um eine nachhaltige Nutzung von Phosphorressourcen über verschiedene Entwicklungsoptionen der Landwirtschaft hinaus (Schlagworte: „Grüne Gentechnik“ und „Ökologische Landwirtschaft“) auch gesamtgesellschaftliche Gesichtspunkte einbeziehen muss.

Der kulturelle Akzent der Veranstaltung im Sinne des Mottos des Weltwassertages 2006 ist die Aufführung von „Ausser diesem Stern – The Spirit of Sustainability“. Das Stück des Düsseldorfer Dramaturgen Dr. Frank Raddatz wurde 2005 anlässlich der Proklamation der UNESO Weltdekade 2005 im Zollverein in Essen uraufgeführt und setzt sich mit Fragen nachhaltiger Entwicklung, auch am Beispiel von Phosphor, auseinander. An der Performance sind Wissenschaftler und Auditorium interaktiv beteiligt.

Programm und Details zur Veranstaltung: http://www.pb.fal.de

Kontakt: Prof. Dr. Dr. Ewald Schnug und Dir. & Prof. Dr. Silvia Haneklaus, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL), Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde, Bundesallee 50, D-38116 Braunschweig, Tel.: 0531 596 2101, E-Mail: pb@fal.de

Ansprechpartner für Medien

Margit Fink idw

Weitere Informationen:

http://www.pb.fal.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz

Dieser Themenkomplex befasst sich primär mit den Wechselbeziehungen zwischen Organismen und den auf sie wirkenden Umweltfaktoren, aber auch im weiteren Sinn zwischen einzelnen unbelebten Umweltfaktoren.

Der innovations report bietet Ihnen interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Klimaschutz, Landschaftsschutzgebiete, Ökosysteme, Naturparks sowie zu Untersuchungen der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Niedertemperaturplasmen: Die maßgeschneiderte Welle

Plasmen werden in der Industrie zum Beispiel eingesetzt, um Oberflächen gezielt zu verändern, etwa Brillengläser oder Displays zu beschichten oder mikroskopische Kanäle in Siliziumwafer zu ätzen – eine Milliarden-Dollar-Industrie. Allerdings…

Innovationen durch haarfeine optische Fasern

Wissenschaftler der Universität Bonn haben auf ganz einfache Weise haarfeine, optische Faser-Filter gebaut. Sie sind nicht nur extrem kompakt und stabil, sondern auch noch in der Farbe abstimmbar. Damit lassen…

So schlank werden die Häuser der Zukunft

Ingenieurinnen und Ingenieure der HTWK Leipzig erforschen neue Materialien, um Gebäude nachhaltiger zu machen und Ressourcen zu sparen In der Einsteinstraße in Dresden entsteht aktuell ein Haus, das einen Einblick…

Partner & Förderer

Indem Sie die Website weiterhin nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. mehr Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind so eingestellt, dass sie "Cookies zulassen", um Ihnen das bestmögliche Surferlebnis zu bieten. Wenn Sie diese Website weiterhin nutzen, ohne Ihre Cookie-Einstellungen zu ändern, oder wenn Sie unten auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

schließen