UN-Konferenz zu wandernden Tierarten in Nairobi

Internationaler Naturschutz

Die Auswirkungen von Klimaaenderungen auf wandernde Tierarten und die Gefahren der Vogelgrippe fuer Mensch und Natur sind herausgehobene Themen der UN-Konferenz zu wandernden Tierarten, die derzeit in Nairobi stattfindet. Die deutsche Delegation setzt sich besonders fuer einen besseren Schutz der Wale ein. Nicht nur der Walfang gefaehrdet die Wale, der Mensch macht ihnen das Ueberleben auch durch andere Faktoren schwer. „Die Klimaveraenderung wird auf der Suedhalbkugel eine Nahrungsverknappung zur Folge haben, weil der Krill, die wichtigste Nahrung in antarktischen Gewaessern, stark zurueckgehen duerfte“, sagte der deutsche Delegationsleiter Jochen Flasbarth, Abteilungsleiter fuer Naturschutz im Bundesumweltministerium.

Ein anderes Problem ist der so genannte Beifang – das unbeabsichtigte Fangen von Meerestieren in der Fischerei: Jedes Jahr sterben etwa 300.000 Wale und Delfine in Fischernetzen. Zu viele Wale kommen zudem um, weil sie von Schiffen angefahren werden. Auch der zunehmende Unterwasserlaerm bedroht die Wale und Delfine: Wenn die sensiblen Ohren der Meeressaeuger durch menschliche Aktivitaeten geschaedigt werden, verlieren sie die Orientierung und den Kontakt zu Artgenossen.

Seismische Untersuchungen und der Einsatz von Sonaren (Echoloten) koennen zum Tod von Walen fuehren, die dann an die Straende gespuelt werden. Die wachsende Umweltverschmutzung und die Ueberfischung verschlechtern die Ernaehrungsbasis fuer die Meeressaeuger stetig. Viele Wal- und Delfinarten sind akut bedroht.

Um die Umweltbedingungen fuer die Wale zu verbessern, hat Deutschland zusammen mit der Europaeischen Union eine Resolution bei der Konferenz zum Schutz wandernder wild lebender Tiere eingebracht, die diese Zusammenhaenge aufgreift. Weitere Resolutionen, die Deutschland unterstuetzt, werden den weltweiten Schutz von Zugvoegeln, Stoeren, nordafrikanischen Gazellen, Meeresschildkroeten und vielen anderen Tierarten verbessern.

Die „Konvention zum Schutz wandernder wild lebender Tierarten“ – die so genannte Bonner Konvention – wurde 1979 in Bonn unterzeichnet. Sie ist eine der UN-Umweltkonventionen, die ihren Sitz am deutschen UN-Standort in Bonn haben und dem Erhalt der biologischen Vielfalt dienen.

Ansprechpartner für Medien

Michael Schroeren BMU

Weitere Informationen:

http://www.bmu.de

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