Internationale Alpenpolitik muss in den Regionen ankommen

Neue Studie des Bund Naturschutz in Bayern e.V. zeigt, wo gehandelt werden muss

Die Alpenkonvention und ihre Protokolle sind in den meisten der acht Vertragsstaaten in Kraft getreten. Doch die international vereinbarten Ziele für eine dauerhaft umweltgerechte Lebensqualität in den Alpen muss jetzt auch in den Regionen ankommen. Denn das Ziel der Alpenkonvention – eine Zukunft zu sichern, die die Menschen in ihren sozialen und kulturellen Bedürfnissen achtet, eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung fördert und die einzigartige Landschaft schützt -, ist ohne die Mitwirkung der Regionen wirkungslos. Wie die Alpenkonvention in den deutschen Alpenregionen verwirklicht werden kann, hat der Bund Naturschutz in Bayern e.V. im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) zusammengefasst. Die 151-seitige Publikation „Alpenpolitik in Deutschland – Anspruch und Realität“ wurde heute in München der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die unter anderem aus den Erlösen der Sonderbriefmarke zum internationalen Jahr der Berge 2002 finanzierte Studie ist ein wichtiger Schritt zur Bestandsaufnahme und Verbesserung der deutschen Alpenpolitik. Viele einzelne planerische und organisatorische Maßnahmen wurden auf den Prüfstand gestellt. Beispielsweise die Frage, ob die Verkehrsplanungen und Verkehrsmaßnahmen vor Ort mit den Zielen des Verkehrsprotokolls der Alpenkonvention in Einklang stehen. Oder: Erfolgen die touristischen Entwicklungen im deutschen Alpenraum auf Kosten der Vielfalt von Natur und Landschaft? Die Untersuchung konkreter Beispiele in der Studie zeigt: Es gibt einen deutlichen Handlungsbedarf.

Die Studie regt nicht nur die Diskussion über die Anforderungen einer dauerhaft umweltgerechten deutschen Alpenpolitik an, sondern greift auch Themen auf, zu denen die Ministerkonferenz der Alpenkonvention vom 16. November 2004 weiterführende Beschlüsse gefasst hat, die vor allem für die alpenübergreifende Kooperationen relevant sind.

Der Bericht des Bund Naturschutz in Bayern e.V. untermauert diese Beschlüsse:

  • alle Protokolle der Konvention rechtlich zu verankern und umzusetzen;
  • die Verkehrsproblematik anzugehen und Aktionspläne für die sieben Haupttransitstrecken der Alpen zu erarbeiten;
  • die Arbeiten in Netzwerken zu verstärken – wie es die bereits eingerichtete Plattform „Naturgefahren“ zur besseren Abstimmung der Risikovorsorge und zur Koordinierung von Maßnahmen vormacht;
  • die großen Schutzgebiete im Alpenraum stärker zu vernetzen;
  • die Konvention für und mit den Bürgerinnen und Bürgern umzusetzen. Die von der Alpenkonvention bis zum Jahr 2006 zu erstellende Deklaration zu „Bevölkerung und Kultur“ ist dabei ein unterstützender Impuls;
  • die Ziele der unterschiedlichen Protokolle unter dem Dach der Alpenkonvention sind zu überprüfen. Das von der Ministerkonferenz beschlossene Indikatorensystem und der erstmals 2006 vorzulegende und danach regelmäßig erscheinende Alpenzustandsbericht sind dafür wichtige Instrumente.

Der Bericht macht deutlich, wo und wie alle Beteiligten – Politik, Wirtschaft, Verwaltungen, Nichtregierungs-Organisationen, aber auch alle Bürgerinnen und Bürger – dazu beitragen können, dass der deutschen Alpenraum seine Lebensqualität auf Dauer erhalten kann.

Eine Möglichkeit die Studie herunterzuladen finden Sie unter der Internetadresse: www.bund-naturschutz.de/Presse, Rubrik: Medien/Pressemitteilung vom 9.12.2004.

Der Bezug der Druckfassung ist kostenpflichtig und beträgt EUR 15,00 plus Versandkosten; Bestellung über BN Service GmbH, Eckertstraße 2, 91207 Lauf, Tel.: 09123/ 99957-0, Fax: 09123/ 99957-99, info@service.bund-naturschutz.de oder unter www.service.bund-naturschutz.de.

Medien wenden sich bitte direkt an Frau Christine Margraf, Fachabteilung Bund Naturschutz, Pettenkoferstr. 10 a, 80336 München, Tel.: 089/ 54 82 98 89, Fax: 089/ 54 82 98 18, christine.margraf@bund-naturschutz.de.

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Jana Schmidt idw

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