US-Mais bedroht mexikanische Farmer

Kampf Hightech-Landwirtschaft gegen konventionellen Anbau

Mexikanische Maisbauern fürchten sich vor der immer größeren Konkurrenz ihrer Kollegen aus den USA. Die Gründe dafür sind mannigfaltig: zum einen erhalten die US-Bauern finanzielle Unterstützung und fahren mit Hightech-Landwirtschaft größere Erträge ein, zum anderen wächst der Druck innerhalb der Freihandelspartner der NAFTA, die vor zehn Jahren zwischen Kanada, den USA und Mexiko gegründet wurde, berichtet der TVE Earth Report.

US-Mais überflutet den mexikanischen Markt und drängt die heimischen mexikanischen Bauern stark ins Eck. Die USA exportieren derzeit jährlich zwischen sechs und acht Mio. Tonnen Mais. Doch fürchten Experten nicht nur die sozialen Probleme, sondern auch die Umweltschäden, die damit einhergehen, denn die mexikanischen Bauern bebauen die Felder in traditioneller und damit umweltfreundlicher Art. „Indigene Bauern stehen jetzt im Konkurrenzkampf mit Farmern, die Landbau zu einem extrem hohen Preis für Umwelt und Natur betreiben“, so Exequiel Ezcurra vom mexikanischen National Ecology Institute. Die US-Bauern setzen große Mengen an Pestiziden und Düngemitteln ein, so der Forscher. Dies habe nachteilige Wirkungen auf die Umwelt.

Umgekehrt fürchten sich zahlreiche mexikanische Umweltgruppen auch davor, dass genetisch veränderter Mais von den USA nach Mexiko exportiert werden könnte und dort die traditionellen Sorten verunreinigt. Besonders groß ist die Angst bei Kleinbauern, die seit Jahrhunderten lokal gezogene Sorten anbauen. Die mexikanische Regierung unterstützt die Freihandelszone NAFTA. Die Bauern werfen der Regierung allerdings vor, dass das Versprechen, die NAFTA würde das Leben für alle Mexikaner verbessern, unrichtig sei. Insbesondere die US-Agrarförderungen in der Höhe von 19 Mrd. Dollar jährlich rege die mexikanischen Bauern auf. Sie erhalten nämlich keine staatliche Agrarsubvention. Umgekehrt sieht die NAFTA den Aufschlag von Zöllen für subventionierte Güter vor.

„Ironie ist es allerdings, dass Mexiko in den vergangenen zehn Jahren nichts gegen den Import des US-Mais unternommen hat“, meint Luis de la Calle, Generaldirektor für öffentliche Strategien für Mexiko. Die Gründe dafür sieht der Fachmann vor allem darin, dass die Mexikaner Netto-Konsumenten für den US-Mais sind. Problematisch ist auch die Entwicklung, dass in den kommenden Jahren die Landbevölkerung um fünf Prozent zurückgehen werde. Derzeit leben 25 Prozent der Mexikaner in ländlichen Regionen. Die Kritiker fürchten auch, dass mit dem Mais-Import eine Jahrtausende alte Tradition der indigenen Bewohner zu Ende gehen könnte. Nach Angaben von Ezcurra liegen in den traditionell angebauten Maissorten Mexikos nämlich große Chancen für die Zukunft des Maisanbaus überhaupt: denn die Zahl der verschiedenen Sorten ist groß und zur Verbesserung anderer Sorten eignen sich die traditionellen Maistypen optimal. Eine Verunreinigung mit genetisch verändertem Mais hätte schreckliche Auswirkungen auf die Diversität.

Media Contact

Wolfgang Weitlaner pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://www.tve.org

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz

Dieser Themenkomplex befasst sich primär mit den Wechselbeziehungen zwischen Organismen und den auf sie wirkenden Umweltfaktoren, aber auch im weiteren Sinn zwischen einzelnen unbelebten Umweltfaktoren.

Der innovations report bietet Ihnen interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Klimaschutz, Landschaftsschutzgebiete, Ökosysteme, Naturparks sowie zu Untersuchungen der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Erfolg für Magdeburger Wissenschaftler*innen mit einem „Brutkasten“ für die Lunge

Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie 2020 geht an Chirurg*innen der Universitätsmedizin Magdeburg Die Arbeitsgruppe „Experimentelle Thoraxchirurgie“ der Universitätsmedizin Magdeburg unter der Leitung von Dr. Cornelia Wiese-Rischke wurde für die…

Mehr als Muskelschwund

Forschungsnetzwerk SMABEYOND untersucht Auswirkungen der Spinalen Muskelatrophie auf Organe Spinale Muskelatrophie (SMA) ist eine erblich bedingte neurodegenerative Erkrankung. Dabei gehen die motorischen Nervenzellen im Rückenmark und im Hirnstamm allmählich zugrunde,…

Molekulare Bremse für das Wurzelwachstum

Die dynamische Änderung des Wurzelwachstums von Pflanzen ist wichtig für ihre Anpassung an Bodenbedingungen. Nährstoffe oder Feuchtigkeit können je nach Standort in höheren oder tieferen Bodenschichten vorkommen. Daher ist je…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close