Lage der Säugetiere so düster wie im Pleistozän

Mensch und Klimawandel bedrohen das Ökosystem

Ein Paläobiologe von der Universität von Kalifornien warnt davor, dass die Zukunft der Säugetiere ähnlich düster aussieht wie vor 50.000 Jahren. Damals resultierte eine Kombination aus Klimawandel und menschlichem Verhalten in der Ausrottung von zwei Dritteln aller großen Säugetiere auf dem Planeten. Anthony D. Barnosky und seine Kollegen kamen zu diesem Schluss, als sie das Aussterben der großen Säugetiere, der so genannten Megafauna, das sich im späten Pleistozän ereignete, eingehend untersuchten. Damals starben Mammuts, Säbelzahntiger, Faultiere und die in Amerika eingeborenen Pferde und Kamele aus.

Den Erkenntnissen der Forscher zufolge trägt der Mensch nicht allein die Schuld, sondern auch der Klimawandel spielt eine große Rolle. Laut Barnosky spielt sich dasselbe heute wieder ab. Weil der Klimawandel aber heute schneller vor sich geht als im späten Pleistozän, könnten die Auswirkungen auf Säugetiere dramatisch sein. Viele Populationen größerer Tiere sind ohnehin schon stark dezimiert und die wachsende Zahl an Menschen nimmt zunehmend die Lebensräume der großen Tiere ein. „Menschliche Aktivitäten in Kombination mit dem Klimawandel werden in einer unvermeidbaren Ausrottung vieler Spezies und unvorhersehbaren Veränderungen im Ökosystem resultieren“, so Barnosky.

Seine Studie basiert auf einer Analyse archäologischer, klimatischer, ökologischer und Simulations-Studien. Demzufolge bedrohten nicht nur das übermäßige Jagen die Tiere, sondern auch die vom Menschen gelegten Feuer. Ein Teil der Megafauna starb unabhängig von den Eingriffen des Menschen aus, weil er sich nicht an die Eiszeit anpassen konnte. „Der Mensch nimmt Einfluss auf größere Tiere, die kleineren sind dabei nur ein Kollateralschaden“, erklärt Barnosky. Beim Klimawandel verhalte es sich genau umgekehrt: dieser betreffe die kleineren Spezies zuerst und dann, durch sie, die größeren. Weil der Mensch heute die größeren Tiere ausrottet und sich der Klimawandel auf die kleineren auswirkt, stehen laut dem Forscher dramatische Veränderungen im Ökosystem bevor. Wegen des Vordringens des Menschen gibt es keine Zufluchtsorte mehr für Tiere, die sich wegen des Klimawandels einen neuen Lebensraum suchen wollen.

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Marietta Gross pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://www.berkeley.edu

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