Weniger Rohstoffverbrauch, weniger Elektronikschrott, höherer Kundennutzen

Die Gradientenspule ist eine der Schlüsselkomponenten der neuen bildgebenden medizinischen Diagnosegeräte "Magnetom Harmony", "Magnetom Symphony" und "Magnetom Sonata". Bei der Herstellung dieser nach dem Magneten zweitgrößten Einzelkomponente hat Siemens Einzelmaterialien um bis zu 50 Prozent gespart. Das Bild zeigt die Spule beim Zusammenbau.

Neue medizinische Diagnosegeräte von Siemens zeigen, wie sich elektronische Produkte durch eine vorausschauende Konstruktion besonders umweltverträglich und kundenfreundlich gestalten lassen. Zur Herstellung der bildgebenden Magnetresonanz-Tomographen „Magnetom Harmony“, „Magnetom Symphony“ und „Magnetom Sonata“ werden im Vergleich zu den Vorgängermodellen deutlich weniger Rohstoffe benötigt, bei einzelnen Materialien sogar nur die Hälfte. Außerdem fördert der modulare Aufbau die Wiederverwendbarkeit. Diese Eigenschaften schonen nicht nur die Ressourcen, sondern verringern auch das Aufkommen von Elektronikschrott und erhöhen die Produktivität bei der Herstellung. Arztpraxen, Kliniken und Krankenhäuser profitieren durch geringeren Platzbedarf; für die Patienten verkürzen sich die Untersuchungszeiten.

Magnetresonanz-Tomographen erzeugen Bilder vom Inneren des Menschen mit Hilfe eines Magnetfeldes. Demnach ist der Magnet die wichtigste, aber auch schwerste und teuerste Komponente. Hier haben die Produktentwickler das Volumen im Vergleich mit den Vorgängermodellen um 43 Prozent gesenkt; das Gewicht verringerte sich um 4200 Kilogramm. Auch bei der zweitgrößten Komponente werden Ressourcen geschont: Bei der so genannten Gradientenspule, die eine dreidimensionale Darstellung der Diagnosebilder ermöglicht, betragen die Mengen an Kupfer und Gießharz jeweils nur noch die Hälfte; das sind weitere 200 bzw. 250 Kilogramm. Volumen und Gewicht der Elektronik wurden um rund ein Drittel reduziert, das heißt um 845 Kilogramm.

Alle acht in die Gradientenspule eingebauten Leiterplatten enthalten keine Halogene mehr. Außerdem wurde beim Lieferanten dieser Leiterplatten mit Siemens-Unterstützung eine Ätzanlage installiert, die nicht nur Wasser spart, sondern auch geätztes Kupfer zurückgewinnt, damit es wieder verwertet werden kann.

Ein solchermaßen verändertes Design vereinfacht auch die Fertigungsbedingungen. Für die Herstellung der Gradientenspule werden gegenüber dem Vorgängermodell zum Beispiel nur noch zwei Drittel der Fertigungsfläche, u. a. wegen des geringeren Materialaufwands knapp die Hälfte der Lagerbestände und nur noch ein Drittel der Montagezeiten benötigt.

Für den Transport der Tomographen innerhalb Europas wurde das Verpackungsmaterial auf leichte zusammenlegbare Staubschutzhüllen beschränkt. Wieder verwenden lassen sich so genannte Pendelverpackungen, die beispielsweise zum Transport der zugelieferten Patientenliegen dienen.

Neben der Umwelt profitieren auch die Kunden: Die Tomographen benötigen etwa halb so viel Platz und stellen durch weitgehende Kreislauf-Wasserkühlung geringere Ansprüche an die Raumklimatisierung. Die Untersuchungszeit verkürzt sich um 20 Prozent, weil das bisher erforderliche Umlagern und Neupositionieren der Patienten entfällt. Ein weiterer Zeitgewinn ergibt sich durch die gegenüber den Vorgängerprodukten erhöhte Leistungsfähigkeit der Geräte.

Beim Entwickeln der neuen Magnetresonanz-Tomographen wurde auch an deren Wiederverwendung gedacht. Schlüsselkomponenten, wie Gradientenspule oder Steuerrechner, sind so konstruiert, dass sie gegen leistungsfähigere ausgetauscht werden können. Darüber hinaus werden gebrauchte Geräte auf Wunsch zurückgenommen, getestet, gegebenenfalls instand gesetzt und weiter vermittelt. Neben dem lebensverlängernden und Ressourcen schonenden Effekt sowie der Verringerung von Elektronikschrott ist dies ein Angebot für Kunden, die bisher aus Kostengründen auf die Leistungsfähigkeit und den Komfort moderner Magnetresonanz-Tomographen verzichten mussten.

Wenn keine Wiederverwendung bei Kunden mehr möglich ist, erleichtern systematisch erstellte Demontageanleitungen nicht nur das Recycling fördernde Zerlegen, sondern weisen den Entsorger auch auf Komponenten und Stoffe hin, für die spezielle Entsorgungswege oder -verfahren erforderlich sind.

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