Umweltbewusstes Wirtschaften – Deutschland und Japan vor den USA

Das "Schlaganfall-Info-Mobil" ist von Mai bis August 2001 in 40 deutschen Städten unterwegs. Die medizinischen Untersuchungsgeräte an Bord ermöglichen es dem beratenden Arzt, innerhalb von zehn Minuten das persönliche Schlaganfallrisiko zu ermitteln. Foto: Bayer AG


INEM veröffentlicht internationale Rangordnung (Speedometer) anlässlich seines zehnjährigen Bestehens

Die Unternehmen in Japan und Deutschland sind umweltbewusster als in den USA. Das ergibt sich aus einem Geschwindigkeitsmesser ("Speedometer") für die Verbreitung umweltorientierter Managementsysteme, den INEM, der internationale Dachverband von Wirtschaftsverbänden für umweltbewusstes Management, anlässlich seines zehnjährigen Bestehens veröffentlicht hat.

Bei den absoluten Zahlen für zertifizierte Unternehmen nach dem internationalen Standard ISO 14001 liegt Japan vor Deutschland. Unter Berücksichtigung von Bevölkerungszahl oder Bruttosozialprodukt und zusätzlichen Zertifizierungen nach dem vergleichbaren europäischen EMAS Standard liegen beide Länder annähernd gleichauf. Die USA sind gemessen an der absoluten Zahl zertifizierter Unternehmen sowie unter Mitberücksichtigung von Bevölkerungszahl oder Bruttosozialprodukt stark im Hintertreffen. Internationaler Spitzenreiter des rund 40 Länder umfassenden "Speedometers" ist unter Berücksichtigung von Bevölkerungszahl oder Bruttosozialprodukt das Land Schweden.

Nach zehn Jahren der Expansion umfasst das Internationale Netzwerk für umweltbewusstes Management (INEM) heute 25 Mitgliedsverbände und Zentren für saubere Produktion in allen fünf Erdteilen. Allein dem deutschen Mitgliedsverband B.A.U.M. gehören rund 500 Unternehmen an. Noch im laufenden Jahr werden Verbände in Griechenland, Jordanien, Taiwan und Weißrußland hinzukommen.

Der Verband zeigt Wege, wie auch kleinere und mittlere Unternehmen Umweltschutz mit wirtschaftlichem Erfolg verbinden können. Eine Schwerpunktaufgabe des Verbandes, der auch in Budapest ein Büro unterhält, ist der Wissenstransfer in die mittel- und osteuropäischen Länder sowie in Entwicklungsländer.

Als wirtschaftlichste Methode des Wissenstransfers hat sich die Errichtung selbsttragender Kompetenzzentren erwiesen. INEM plant, gemeinsam mit der Carl Duisberg Gesellschaft in den nächsten fünf Jahren Kompetenzzentren in 15 Ländern zu errichten. Die Zahl der Mitgliedsorganisationen von INEM soll im zweiten Zehnjahreszeitraum auf 50 wachsen.

Erstmals öffentlich vorgestellt wurde INEM auf der 2. Weltindustriekonferenz für umweltbewusstes Management in Rotterdam im April 1991. 1992 vertrat INEM die Weltindustrie auf dem Global Forum des Rio-Umweltgipfels. Im Oktober dieses Jahres wird INEM im Produktionstechnischen Zentrum Berlin / Technische Universität Berlin eine internationale Entwicklungshilfe-Konferenz zur Berücksichtigung kleiner und mittlerer Unternehmen bei der Rio-Nachfolgekonferenz veranstalten.

"Der größte Teil der Umweltprobleme", sagt der Unternehmer Dr. Georg Winter, Gründer und Chairman von INEM "stammt von den vielen Millionen kleinen und mittleren Unternehmen. Diese erreicht man kaum durch die Gesetzgebung. Entscheidend sind Detailarbeit vor Ort, mittelstandgerechte Methoden und die breite Streuung von Positivbeispielen erfolgreicher mittelständischer Unternehmen."

Die Unternehmensleiter müssen nach Auffassung von Winter umweltbewusstes Management beherrschen, wenn die passende Umwelttechnik in die Fabriken einziehen soll. Die technische Hardware folge der geistigen Software, nicht umgekehrt. Die Verbreitung umweltbewussten Managements sei eine Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Wirtschaft.

Im Durchschnitt können kleinere und mittlere Unternehmen mit geringen Investitionen 30% der Energie einsparen. Maßnahmen der Heizungstechnik, Mülltrennung, Regenwassernutzung und Wasserspartechnik amortisieren sich in Zeiträumen zwischen wenigen Monaten und zwei Jahren. Das sind Erfahrungswerte aus durchgeführten Projekten.

Eine zunehmend umweltbewusste Nachfrage unter anderem im Lebens-Mittel-Bereich honoriert umweltverträgliche Produkte. Für exportierende Unternehmen in den mittel- und osteuropäischen Ländern sowie in den Entwicklungsländern ist eine Anpassung an die Umweltstandards in den Abnehmerländern existenzwichtig. Umweltverträglichkeit ist ein Qualitätsmerkmal, das die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens oder Produktes drastisch erhöht.

Ansprechpartner:

INEM – International Network for Environmental Management

Osterstr. 58, 20259 Hamburg

Dr. Georg Winter, Telefon +49 (0)40 4907 1214, Fax +49 (0)40 4907 1208

ISO 14001 Speedometer abrufbar unter http://www.inem.org/htdocs/iso/speedometer/speedo-4_01.html

Media Contact

Helge Weinberg idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz

Dieser Themenkomplex befasst sich primär mit den Wechselbeziehungen zwischen Organismen und den auf sie wirkenden Umweltfaktoren, aber auch im weiteren Sinn zwischen einzelnen unbelebten Umweltfaktoren.

Der innovations report bietet Ihnen interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Klimaschutz, Landschaftsschutzgebiete, Ökosysteme, Naturparks sowie zu Untersuchungen der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Meilenstein in der Lungenhochdruck-Therapie

Bei der pulmonalen arteriellen Hypertonie (PAH) verengen sich die kleinen Lungengefäße immer mehr und behindern den Bluttransport in die Lunge. Ein neues Medikament kann diese Veränderung stoppen und möglicherweise sogar…

Neutrinos erstmals in Teilchenbeschleuniger nachgewiesen

Ein Team mit Beteiligung von Forschenden der Universität Bern hat erstmals Neutrinos nachgewiesen, die von einem Teilchenbeschleuniger erzeugt wurden, namentlich vom Large Hadron Collider (LHC) des CERN. Die Entdeckung wird…

Innovative Technologien entfernen Arzneimittelrückstände aus Abwasser

Jedes Jahr am 22. März erinnert der Weltwassertag an die Bedeutung einer der wichtigsten Lebensressourcen. Unser Planet ist zu fast zwei Dritteln mit Wasser bedeckt, aber nicht einmal drei Prozent…

Partner & Förderer