Wasserreinigung mit neuer Biotechnologie

Herkömmliche Kläranlagen brauchen viel Platz. Jetzt gibt es ein Verfahren, mit dem bis zu drei Viertel des Raumbedarfes eingespart werden können.

Was tun, wenn eine Stadt wächst, immer mehr Abwasser produziert, die Umweltstandards steigen und die Kläranlage mit dem Klären einfach nicht mehr nachkommt? Die Kapazitäten zur Abwasserreinigung erweitern, war bisher die Antwort der Experten. Das heißt Grundstücke zukaufen und die Klärbecken vergrößern.

Die VA TECH WABAG hat in Kooperation mit der Technischen Universitität Wien eine kostengünstige und innovative Alternative entwickelt: Biofilter übernehmen die Arbeit der Klärbecken und können so schon bestehende Kläranlagen ergänzen oder aber auch vollständig ersetzen.

Die Biofilterzellen der VA TECH WABAG sind mit kleinen Kügelchen, die an Leca Steine aus Hydrokulturanlagen erinnern, gefüllt. An deren poröser Oberfläche können sich die kleinen Helferlein der Abwasserklärung heimelig einrichten, nämlich die Bakterien, welche die Schadstoffe im Wasser abbauen und unschädlich machen. Je nachdem, welche Abwassermengen geklärt werden sollen, können nun zur Wasserklärung genau so viele Biofilterzellen wie nötig angeordnet werden. Das gereinigte Wasser kann anschließend ohne weitere Behandlung in Flüsse oder Bäche eingeleitet werden.

Um die Kombination von konventioneller Klärtechnik mit der neuen Biofiltration testen zu können errichtete die VA TECH WABAG eine Pilotanlage in der Kläranlage Wolkersdorf. Das neue sogenannte „BIOPUR®“-Verfahren erfüllte dabei alle Erwartungen. „Es konnten die gesetzlich verschärften Grenzwerte – geklärtes Wasser muss zu mehr als 95 Prozent von Kohlenstoffverbindungen und zu mindestens 70 Prozent von Stickstoff gereinigt werden – problemlos erreicht werden“, erklärt die Versuchsleiterin vom Institut für Wassergüte an der Technischen Universität Wien, Brigitte Nikolavcic.

„Das neue Verfahren kann die Reinigungsleistung im Vergleich zu bisherigen Systemen verbessern“, sagt der Projektleiter der VA TECH WABAG, Robert Vranitzky. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die neue Technologie um bis zu 75 Prozent weniger Platz als bisherige Kläranlagen benötigt. Dieser Vorteil wird besonders dort deutlich bemerkbar, wo für eine konventionelle Erweiterung der Kläranlage einfach der Platz fehlt oder aber die Grundstückspreise sehr hoch sind.

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