Abwässer werden noch sauberer

Pilotanlage der Firma HDT zur katalytischen Nassoxidation von Abwässern. Der Durchflussreaktor, in dem die Abwasserreinigung erfolgt, besteht aus zwei jeweils drei Meter langen Rohren aus Edelstahl

Marktfähiges Verfahren zur katalytischen Abwasserbehandlung entwickelt

In nur zweijähriger Entwicklungszeit haben das Institut für Angewandte Chemie Berlin-Adlershof e. V. (ACA) und die Firma Sigmar Mothes Hochdrucktechnik ein innovatives marktfähiges Verfahren zur katalytischen Abwasserreinigung entwickelt. Sowohl das ACA als auch die Firma Sigmar Mothes Hochdrucktechnik (HDT) befinden sich in Berlin-Adlershof, der Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien, dem größten Technologiepark Deutschlands.

Mit dem Verfahren können schadstoffhaltige Abwässer mittels Feststoffkatalysatoren bei erhöhten Drücken und Temperaturen mit Luftsauerstoff gereinigt werden. Das Verfahren ist umweltverträglich, da keine zusätzlichen Neben- oder Abfallprodukte anfallen. Die Verwendung von Luft ist besonders vorteilhaft, da andere Oxidationsmittel wie Wasserstoffperoxid oder Ozon deutlich teurer sind.

Das neue Verfahren wurde in Versuchsreihen mit verschiedenen Abwässern entwickelt und getestet: Sickerwasser aus Hausmülldeponien, Abwasser aus der Holzpyrolyse und Grundwasser aus Kokereialtlasten. Diese Abwässer enthalten organische Bestandteile, die für Mikroorganismen in Kläranlagen schwer abbaubar sind.

Mit Hilfe von festen Katalysatoren werden solche Schadstoffe schon nach fünf bis zehn Minuten zu über 90% in Kohlendioxid und Wasser umgewandelt.

Dieses Projekt wurde von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Umweltschutz und Technologie im Rahmen der „Zukunftsinitiative Ökologisches Wirtschaften“ (ZÖW) finanziell unterstützt. Ziel dieses Förderprogramms war die Entwicklung umweltfreundlicher Verfahren durch mittelständische Unternehmen. Dazu gehören auch effektivere Technologien zur Schadstoffvermeidung und -entsorgung.

Diese Kooperation zwischen einem anwendungsorientierten Forschungsinstitut und einem klein- und mittelständischen Unternehmen ist beispielhaft für den Wissenschaftsstandort Berlin-Adlershof.

Das ACA betreibt anwendungsorientierte Grundlagenforschung als Vorstufe für Forschungsprojekte mit Industriepartnern. Schwerpunkte sind die heterogene Katalyse, die Reaktionstechnik katalytischer Umsetzungen sowie die Herstellung anorganischer Materialien, die als Katalysatoren geeignet sind. Zahlreiche Industriefirmen aus dem In- und Ausland, aber auch klein- und mittelständische Unternehmen, wie die Firma Sigmar Mothes Hochdrucktechnik, haben Forschungskooperationen mit dem ACA geschlossen.
Der Gründer der Firma HDT hat über 20 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet der Hochdrucktechnik. Das Unternehmen wurde 1997 gegründet und hat heute sechs Mitarbeiter.

Weitere Einzelheiten über das neue Verfahren zur Abwasserbehandlung findet man in der soeben erschienenen Fachzeitschrift „Chemie Ingenieur Technik“ 74, S. 1450 – 1454 vom Oktober 2002.

Kontakt:
Dr. Andreas Martin
Tel.: (0 30) 63 92-43 06, -4452, Fax: (0 30) 63 92-43 50, E-Mail: a.martin@aca-berlin.de

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Dr. Martin Penno idw

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