Papua Neuguinea: Hälfte des Regenwaldes könnte bis 2021 verschwinden

Die Abholzung des Regenwaldes in Papua Neuguinea geht erheblich schneller vonstatten als bisher angenommen, berichten Forscher der University of Papua New Guinea.

Mittels Satellitenaufnahmen hatten sie den Fortschritt der Rodungen zwischen 1972 und 2002 analysiert. Sollte sich die Abholzung mit der gleichen Geschwindigkeit fortsetzen, könnte rund die Hälfte des heute bestehenden Regenwaldes bis zum Jahr 2021 komplett zerstört oder schwer beschädigt sein.

„Bisher wurde angenommen, dass die Entwaldungsrate in Papua Neuguinea sehr gering ist“, sagt Projektleiter Phil Shearman. „Unsere Studie macht aber klar, dass dies nicht der Fall ist. Papua Neuguinea verliert seinen Regenwald tatsächlich in Raten, die mit dem Kongo oder dem Amazonas vergleichbar sind.“

Der Regenwald in Papua Neuguinea gilt als der drittgrößte der Welt. Im Jahr 1972 hatte die Waldfläche den Satellitenaufnahmen zufolge noch rund 82 Prozent der Landesfläche ausgemacht. 30 Jahre später waren nur noch 71 Prozent des Landes bewaldet. Wenn die Entwaldung mit gleichem Tempo weiter voranschreitet, werden 53 Prozent der gesamten Waldfläche innerhalb der kommenden zwölf Jahre vernichtet sein, fürchten die Forscher.

„Der Zeitrahmen ist also viel kürzer als irgendjemand zuvor realisiert hat“, sagt Julian Ash, Co-Autor des Reports von der Australian National University. Die Satellitenbilder hätten darüber hinaus gezeigt, dass sogar in Naturschutzzonen unvermindert Bäume von Farmern gefällt werden, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten.

Vor allem für das Klima könnte die rasante Abholzung Folgen haben, denn die tropischen Regenwälder gelten gemeinhin als „Schluckloch immens großer Mengen an Kohlenstoff“, so Shearman. „Die Vernichtung von Regenwald entlässt den Kohlenstoff wieder in die Atmosphäre.“ Dies wiederum habe klaren Einfluss auf die globale Erwärmung. „Die Regenwälder in Papua Neuguinea sind aufgrund ihrer Fähigkeit Kohlenstoff zu speichern von nationaler und regionaler Bedeutung. Sie sind überaus wichtig für die regionale Klimastabilität“, ergänzt Shearman.

Rund 20 Mio. Tonnen Kohlenstoffdioxid werden schätzungsweise in diesem Jahr als Folge der industriellen Abholzung im Land freigesetzt. Das entspräche dem jährlichen Ausstoß aller Autos in Australien, so die Forscher. Dennoch sei es nicht zu spät, um die Abholzung zu stoppen und die entwaldeten Gebiete zu regenerieren, meint Shearman. Allerdings sei dies nur möglich, wenn auch die Politik mitziehe und der unkontrollierte „Nutzholz-Abbau“ gestoppt würde.

Ansprechpartner für Medien

Claudia Misch pressetext.austria

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