Venture-Capital-Geber investiert in Regenwald

Es ist entweder ein visionäres Projekt oder eine reine Geldverschwendung – so schreibt das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe über den Investor Hylton Murray-Philipson vom britischen Finanzunternehmen Canopy Capital. Der Unternehmer hat nämlich sein Geld in den Iwokrama Wald in der südamerikanischen Republik Guayana investiert – und zwar zum Erhalt des tropischen Regenwaldes, der seiner Meinung nach, einmal sehr wertvoll sein wird.

Insgesamt misst das Iwokrama Reserve etwa soviel wie die Fläche der Baleareninsel Mallorca. Die Biodiversität in diesem Regenwaldgebiet ist jenem im Amazonas ziemlich ähnlich. Mit einer Ausnahme: Nach Angaben der FAO ist es in den Jahren 2000 bis 2005 in dem Gebiet zu keinem Holzeinschlag gekommen, während im Amazonas immer wieder legal und illegal Holz geschlagen wird. Selbst in jenen Gebieten, in denen in Guayana Holz geschlagen wird, geschieht dies sehr selektiv. Nur 35 von 1.000 Bäumen fallen Sägen zum Opfer. Im Iwokrama Reserve gibt es zwar ein Holzunternehmen, dort wird rund ein Baum pro Hektar geschlagen. Bisher hatten die Regenwälder in Guayana keinen finanziellen Wert, allerdings wissen Forscher, dass dieser Regenwald für Niederschläge in der Kornkammer der USA sorgt. Zudem weisen Klimaforscher auch daraufhin, dass der Wald ein CO2-Speicher ist und zudem tausende bisher unbekannte Pflanzen und seltene Tiere beherbergt.

Im November 2007 hatte Guayanas Präsident seine Wälder zur „Adoption“ frei gegeben – im Tausch gegen Entwicklungshilfe für sein Land. „Was hat Guayana sonst noch der Weltwirtschaft zu bieten?“, fragt Murray-Philipson. Nach den Berechnungen des Finanziers ist ein Hektar Regenwald etwa 20 Dollar wert. Obwohl er davon ausgehe, niemals einen einzigen Cent seiner Investition wieder zu sehen, sei der Wert für den Wald niedriger berechnet als das, was Unternehmen zum Beispiel für eine Tonne CO2-Endlagerung am Meeresgrund kalkuliere. Der Petro-Gigant BP rechnet mit 50 bis 60 Dollar Kosten pro Tonne CO2 in Lagerfeldern in der Nordsee. Für Murray-Philipson sei der Erhalt des Waldes der einzige wirkliche Beitrag einer CO2-Reduktion.

„Eines hat Guayana allerdings schon zu bieten“, wie der Reiseunternehmer Berhard Grdseloff http://www.karibikreisen.com gegenüber pressetext betont. „Das ist eines der letzten verbliebenen Regenwaldparadiese und kann nun auch sehr einfach bereist werden.“ Sylvia Marek von Sunny Islands in Wien http://www.karibik.at , Österreich-Partnerin von Karibikreisen: „Als Ergänzung und als Kombinationsmöglichkeit zu unseren Karibik-Inseln haben wir einen der letzten weißen Flecken auf der touristischen Landkarte entdeckt. Guyana ist die Fortsetzung der karibischen Inselkette auf dem südamerikanischen Kontinent.“ Highlights sind auch für Touristen die unberührten Urwälder mit Jaguaren, Tapiren, Riesenschlangen und Kaimanen. „Die Landessprache ist englisch, im Radio ertönt Reggae und die Hauptstadt Georgetown mit ihren viktorianischen Holzpalästen und -kirchen gilt als Gartenstadt der Karibik.“

Guayana ist mit einer Fläche von 214.000 Quadratkilometer etwa so groß wie England, Schottland und Wales zusammen. Allerdings leben nur knapp 860.000 Menschen – zumeist indischer, afrikanischer und europäischer Herkunft – auf dem schmalen Küstenstreifen im Norden. „Dieses Land ist nur für überaus sanften Tourismus geeignet. Badestrände und touristische Infrastruktur in bekannter Form findet man hier nicht, dafür wird man allerdings reich belohnt, wenn man sich für Natur, Land und Leute interessiert“, meint Marek.

Media Contact

Wolfgang Weitlaner pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://canopycapital.co.uk

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