Klimafragen kompetent kommunizieren

Ziel des Süddeutschen Klimabüros ist es, wissenschaftliche Information über das Klima im süddeutschen Raum bereitzustellen und Fragen bezüglich seiner vom Menschen verursachten Veränderungen zu beantworten. Es richtet sich vor allem an Entscheidungsträger in Bund, Land und Kommunen sowie in Behörden, Politik und Wirtschaft. Darüber hinaus stellt es eine Verbindung zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien her. Das Süddeutsche Klimabüro ist über die Webseite www.sueddeutsches-klimabuero.de erreichbar.

Der Klimawandel wird bei Bürgern, Verbänden, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen verstärkt als ein drängendes Problem wahrgenommen. Das wird besonders deutlich, wenn extreme Wettersituationen oder regionale Katastrophen auftreten. Dadurch entsteht ein zunehmender Bedarf an wissenschaftlich fundierter Bewertung und regionsbezogenen Aussagen zu Ausmaß und Auswirkungen des Wandels.

Mit der Einrichtung des Süddeutschen Klimabüros am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wird eine Ansprechstelle für die wissenschaftliche Beratung zu Klimafragen für die süddeutsche Region geschaffen.

„Zu den Aufgaben des Süddeutschen Klimabüros wird es gehören, auf die Region bezogene Fakten, Daten und Befunde aus bisherigen Klimastudien bereitzustellen“, erläutert Dr. Peter Fritz, Vorstandsmitglied des Karlsruher Instituts für Technologie. „Wir beraten bei ihrer Interpretation und der Entwicklung von Maßnahmen, die sich aus Änderungen des Klimas ergeben.“
Hierbei wird die in verschiedenen Instituten des Forschungszentrums und der Universität Karlsruhe vorhandene Kompetenz in der grundlegenden und angewandten Klimaforschung, einschließlich der vom Klimawandel betroffenen Technologien, genutzt. Das neue Büro versteht sich aber auch als Schnittstelle zu anderen wissenschaftlichen Einrichtungen im süddeutschen Raum, die auf unterschiedlichen Arbeitsfeldern große Expertise entwickelt haben. So nehmen

Einrichtungen des Bundes (zum Beispiel der Deutsche Wetterdienst) und der Länder (zum Beispiel die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg) bereits wichtige Aufgaben bei der Klimaüberwachung wahr und sind an Forschungsprogrammen hierzu maßgeblich beteiligt.

Die Institute des KIT können auf langjährige Erfahrungen verweisen, die in das Süddeutsche Klimabüro eingebracht werden sollen. Hierzu zählen auf Süddeutschland bezogene Forschungsprojekte wie das abgeschlossene trinationale REKLIP-Projekt, das zum „Klimaatlas Oberrhein Mitte-Süd“ mit wissenschaftlichen Ergebnisberichten geführt hat, ebenso wie das Bayerische Klimaforschungsprogramm BayForKlim, an welchem das Forschungszentrum mit seinem Institut für Meteorologie und Klimaforschung, Bereich Atmosphärische Umweltforschung, in Garmisch-Partenkirchen beteiligt war.

Die Basis fundierter Aussagen bilden grundlegende Erkenntnisse zur chemischen Zusammensetzung der Atmosphäre, zum Treibhauseffekt, zur Änderung der Ozonschicht und zum Einfluss von Aerosolen, die im Forschungszentrum Karlsruhe erarbeitet wurden. In Karlsruhe und Garmisch-Partenkirchen wurden umfangreiche eigene Datensätze und Erfahrungen aus Langzeitmessungen an Stationen im süddeutschen Mittelgebirgs- und Alpenraum gewonnen. Die Ergebnisse großer Feldexperimente und Modelluntersuchungen in hoher Auflösung zur Klimaänderung bilden eine weitere Grundlage.

Das Institut für Meteorologie und Klimaforschung hat eine maßgebliche Rolle beim neuen Forschungsprogramm „Herausforderung Klimawandel“ übernommen, das innerhalb der Zukunftsoffensive des Landes Baden-Württemberg durchgeführt wird. Bereits jetzt bestehen vielfache Kontakte zu Industrie, Energieversorgern, öffentlichen Einrichtungen und Kommunen.

Das Süddeutsche Klimabüro wird seine Aktivitäten mit dem bereits existierenden Norddeutschen Klimabüro, das im März 2007 am Forschungszentrum Geesthacht eingerichtet wurde, abstimmen und ist eines der vier geplanten Klimabüros der Helmholtz-Gemeinschaft. Das Süddeutsche Klimabüro ist über die Webseite www.sueddeutsches-klimabuero.de erreichbar.

Im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gehen die Universi-tät Karlsruhe und das Forschungszentrum Karlsruhe zusammen. Gemeinsam arbeiten hier 8000 Beschäftigte mit einem jährlichen Budget von 600 Millionen Euro.

Mit KIT entsteht eine Institution international herausragender Forschung und Lehre in den Natur- und Ingenieurwissenschaften. KIT soll Attraktionspunkt für die besten Köpfe aus der ganzen Welt werden, neue Maßstäbe in Lehre und Nachwuchsför-derung setzen und das führende europäische Zentrum in der Energieforschung bilden. Im Bereich der Nanowissenschaften will KIT eine weltweit führende Rolle einnehmen. Ziel von KIT ist es, einer der wichtigsten Kooperationspartner für die Wirtschaft zu sein.

Media Contact

Dr. Elisabeth Zuber-Knost KIT

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