Laserlicht im Einsatz für die Medizintechnik

Biodegradierbares Schädelimplantat aus PLA/β-TCP gefertigt mittels SLM in Kooperation mit KLS Martin und der Zahnärztlichen Werkstoffkunde und Biomaterialforschung (ZWBF), Universitätsklinikum Aachen. Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT, Aachen<br>

Zudem zeigen die Experten dem Fachpublikum ein Verfahren zum abzeichnungsfreien Laser-Kunststoffschweißen medizinischer Komponenten sowie zum Laserpolieren von Metall.

Auf dem IVAM Gemeinschaftsstand H 19.1 in Halle 8a der diesjährigen Compamed (Düsseldorf, 17.-19.11. 2010) präsentiert das Fraunhofer ILT maßgeschneiderte biodegradierbare Implantate. Gefertigt wurden sie mit Selective Laser Melting (SLM), einem generativen Laserfertigungsverfahren. Durch das interkonnektive Porensystem weisen diese Implantate aus β-Tricalciumphosphat ein verbessertes Einwachsverhalten von Gefäßen und Bindegewebszellen auf. Auch poröse Implantate aus einer Titan-Legierung, mit SLM hergestellt, werden gezeigt.

Ein weiteres Einsatzgebiet des Lasers in der Medizintechnik ist das Polieren von Metall. Dabei schmilzt der Laserstrahl die Oberfläche bis etwa 5 Mikrometer tief an. Die Oberflächenspannung sorgt dafür, dass das flüssige Metall gleichmäßig verläuft und geglättet erstarrt. Interessant ist dieses Verfahren für alle medizinischen Komponenten mit metallischer Oberfläche, die einer äußerst geringen Rauheit bedürfen. Beispiele solcher Bauteile können sich Hersteller auf dem IVAM-Stand ansehen.

Für medizintechnische Produkte aus Kunststoff stellt das Fraunhofer ILT ein effizientes Schweißverfahren vor. Mit dem TransTWIST-Verfahren (Transmission Welding by an Incremental Scanning Technique) können zwei transparente Fügepartner im Überlapp mittels Laserstrahlung ohne Zusatz von Absorbern miteinander verbunden werden. Im Gegensatz zum konventionellen Laserschweißen entfallen aufwändige Vorbehandlungen. Der Endanwender spart Zeit und Kosten. Mit der Laserschweißmaschine TransTWIST lassen sich qualitativ hochwertige Fügenähte realisieren, die im Hinblick auf Abzeichnungsfreiheit und Ausdehnung der Wärmeeinflusszone allen gängigen Anforderungen an das Endresultat genügen. Haupteinsatzgebiete sind die Medizintechnik, insbesondere die Mikrofluidik.

Ansprechpartner im Fraunhofer ILT
Für Fragen stehen Ihnen unsere Experten zur Verfügung:
Dipl.-Ing. Christian Nüsser
Polieren
Telefon: +49 241 8906-669
christian.nuesser@ilt.fraunhofer.de
Dipl.-Ing Andrei Lucian Boglea
Mikrofügen
Telefon +49 241 8906-217
andrei.boglea@ilt.fraunhofer.de
Dr. Arnold Gillner
Leiter des Kompetenzfeldes Abtragen und Fügen
Telefon +49 241 8906-148
arnold.gillner@ilt.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT
Steinbachstraße 15
52074 Aachen
Tel. +49 241 8906-0
Fax. +49 241 8906-121

Media Contact

Axel Bauer Fraunhofer-Institut

Weitere Informationen:

http://www.ilt.fraunhofer.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik

Kennzeichnend für die Entwicklung medizintechnischer Geräte, Produkte und technischer Verfahren ist ein hoher Forschungsaufwand innerhalb einer Vielzahl von medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin.

Der innovations-report bietet Ihnen interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Bildgebende Verfahren, Zell- und Gewebetechnik, Optische Techniken in der Medizin, Implantate, Orthopädische Hilfen, Geräte für Kliniken und Praxen, Dialysegeräte, Röntgen- und Strahlentherapiegeräte, Endoskopie, Ultraschall, Chirurgische Technik, und zahnärztliche Materialien.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Mediterrane Stadtentwicklung und die Folgen des Meeresspiegelanstiegs

Forschende der Uni Kiel entwickeln auf 100 Meter genaue Zukunftsszenarien für Städte in zehn Ländern im Mittelmeerraum. Die Ausdehnung von Städten in niedrig gelegenen Küstengebieten nimmt schneller zu als in…

Formel 1 auf dem Hallenboden

Mit dem »LoadRunner« hat das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML eine neue Generation Fahrerloser Transportfahrzeuge (FTF) mit enormer Sortierleistung entwickelt. Dank hochverteilter Künstlicher Intelligenz und Kommunikation über 5G ist…

DAS INNOmobil: Ein Tiny House auf Tour!

Hochschule Merseburg weiht INNOmobil als mobilen Ort für Wissenstransfer zwischen Hochschule und Gesellschaft ein. Das als Tiny House konzipierte Wissenstransfermobil ist ein Teilprojekt des Verbundprojektes „TransINNO_LSA“ der Hochschulen Harz, Merseburg…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close