"A Bridge for Life" – schnelle Rettung bei Herz-Lungen-Versagen

Herzkreislaufversagen ist weltweit die Todesursache Nr. 1. In Deutschland sterben jährlich nahezu 370.000 Menschen an den Folgen eines Herzkreislaufversagens. Patienten, die bei einem akuten Herzinfarkt in den kardiogenen Schockzustand geraten, erleiden eine Unterversorgung lebenswichtiger Organe mit Blut und damit Sauerstoff.

Oft können diese Patienten nicht rechtzeitig medizinisch behandelt
werden: Die technische Bereitstellung lebensrettender Herz-Lungen-Maschinen dauert schlicht zu lange, wertvolle Zeit geht verloren. Die Folge: Von den bis zu 28.000 Menschen, die jährlich in Deutschland einen kardiogenen Schock erleiden, überleben innerhalb der ersten 30 Tage und je nach Versorgungslage nur etwa ein Drittel der Betroffenen. Viele dieser Patienten könnten überleben, wenn sie rechtzeitig einer mechanischen Kreislaufunterstützung zugeführt würden.

„Diese Versorgungslücke zu schließen, ist ein Anliegen von höchster Dringlichkeit“, so Prof. Dr. med. Rüdiger Lange, Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am Deutschen Herzzentrum München. Herz-Lungen-Maschinen, die in hoch spezialisierten Zentren bei Herzoperationen zur Aufrechterhaltung des Herz-Lungen-Kreislaufes eingesetzt werden, müssen von eigens dafür ausgebildeten Kardiotechnikern aufgebaut und bedient werden und sind allein schon aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichts für den mobilen Notfalleinsatz nicht geeignet. Der Patient im kardiogenen Schock benötigt also ein anderes Konzept für die Unterstützung seiner Herz-Lungen-Funktion: eine leichte, im Prinzip überall verfügbare und einfach zu bedienende Lösung, die schnell einsatzbereit ist.

Die Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie ist Teil des medizinischen Kompetenznetzwerkes, in dem eine solche Lösung entwickelt wurde und gehört zu den ersten Anwendern des neuen portablen Herz-Lungen-Unterstützungssystems. „Die ersten Erfahrungen sind durchweg positiv“, resümiert Prof. Dr. med. Robert Bauernschmitt, Geschäftsführender Oberarzt der Klinik. Durch den Einsatz des neuen Systems können instabile Patienten nicht nur innerhalb einer Klinik – beispielsweise von der Intensivstation in den OP – transportiert werden, sondern auch zwischen den einzelnen Krankenhäusern: so z.B. von der Notaufnahme eines Kreiskrankenhauses in eine Spezialklinik mit Katheterlabor und Operationssaal. Neben diesen Transportsituationen eignet sich das System aber auch für den notfallmäßigen Einsatz im Operationssaal oder Katheterlabor selbst.

Damit wird die anspruchsvolle Technik der Herz-Lungen-Maschine für einen breiten Anwenderkreis verfügbar.

Das Deutsche Herzzentrum München (DHM) der Technischen Universität München ist eines der führenden Spezialzentren zur Behandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen bei Erwachsenen und Kindern in Deutschland. Die Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des Deutschen Herzzentrums München ist international wegweisend auf dem Gebiet der operativen Behandlung erworbener Herzfehler, wie z. B. der Bypasschirurgie und der Herzklappenchirurgie. Darüber hinaus ist das DHM das größte Zentrum zur Behandlung angeborener Herzfehler in Deutschland. In der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie wird lückenlos das gesamte Spektrum der Eingriffe am Herzen und an den großen Blutgefäßen von der Säuglingschirurgie über Klappenrekonstruktionsverfahren, Herzkranzarterien-Revaskularisation und operative Rekonstruktion bzw. interventionelle Stentbehandlung der großen intrathorakalen Körperschlagader bis hin zur Herztransplantation und zum Kunstherzen durchgeführt. Prof. Dr. Rüdiger Lange ist seit 1999 Direktor der Klinik.

Media Contact

Ulrike v. Wolffersdorff presseportal

Weitere Informationen:

http://www.dhm.mhn.de

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