Software erkennt grünen Star bereits im Anfangsstadium

Wissenschaftler des Moorfields Eye Hospital entwickeln derzeit eine Software, die Anzeichen eines grünen Stars früher erkennen kann als konventionelle Tests.

Der so genannte Moorfields Motion Detection Test (MDT) hat laut Vis Viswanathan das Potenzial viele Menschen vor dem Erblinden zu bewahren. Die Glaukom-Diagnose kann schwierig sein, da viele Patienten die Symptome erst erkennen, wenn bereits ein Großteil der Sehkraft dauerhaft zerstört ist.

Schätzungen gehen laut BBC davon aus, dass weltweit rund 67 Millionen Menschen betroffen sind. Nur bei der Hälfte wurde jedoch eine entsprechende Diagnose erstellt. In Großbritannien zum Beispiel wird angenommen, dass das frühzeitige Erkennen von nur zehn Prozent der rund 500.000 Erkrankungen jährlich zu einer Einsparung von einer Milliarde Pfund führen könnte. Wird eine Erkrankung rechzeitig diagnostiziert, kann sie mit Augentropfen vergleichsweise einfach behandelt werden.

Eine Erkrankung führt zu einer Schädigung des Sehnervs, der visuelle Informationen vom Auge an das Gehirn überträgt. Der neue Test ist darauf ausgerichtet, den Sichtbereich zu beurteilen. Die Software kann derzeit auf ein Notebook heruntergeladen werden. In Zukunft soll sie direkt über das Internet verfügbar sein. Auf einem grauen Bildschirm sind ein zentraler weißer Punkt und mehrere weiße Linien zu sehen. Der Patient wird gebeten ruhig auf diesen Punkt zu schauen und jedes Mal, wenn sich eine der Linien bewegt, mit der Maus zu klicken. Im Verlauf des Tests bewegen sich die Linien mit der gleichen Geschwindigkeit aber mit einem größeren Abstand. Dadurch wird das Ausmaß des Sehverlustes beurteilbar. Der leitende Wissenschaftler Vis Viswanathan betont, dass der Test kostengünstig, mobil und schnell ist. Zudem kann er eine Erkrankung früher und mit größerer Genauigkeit erkennen.

Konventionelle Tests konzentrieren sich auf die Fähigkeit Licht zu sehen. Die Fähigkeit Bewegungen wahrzunehmen wird dabei nicht berücksichtigt. Gerade diese Fähigkeit verschwindet bei einer Erkrankung ganz früh. Kann jemand bereits eine geringe Bewegung wahrnehmen, ist der Zustand des Auges ebenfalls nicht Besorgnis erregend. Ab April werden Krankenhäuser in Toronto, Rom, Afrika und Singapur die Software unabhängig voneinander testen.

Ziel ist es, die Effektivität des Tests zu untersuchen. Die Wissenschaftler hoffen, dass die Finanzierung für einen großflächigen Einsatz in Großbritannien bereits im nächsten Jahr gesichert werden kann. Der erste World Glaucoma Day http://www.wgday.net soll heute, Donnerstag, auf die Gefahren von Glaukom-Erkrankungen aufmerksam machen.

Ansprechpartner für Medien

Michaela Monschein pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://www.moorfields.org.uk

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizintechnik

Kennzeichnend für die Entwicklung medizintechnischer Geräte, Produkte und technischer Verfahren ist ein hoher Forschungsaufwand innerhalb einer Vielzahl von medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin.

Der innovations-report bietet Ihnen interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Bildgebende Verfahren, Zell- und Gewebetechnik, Optische Techniken in der Medizin, Implantate, Orthopädische Hilfen, Geräte für Kliniken und Praxen, Dialysegeräte, Röntgen- und Strahlentherapiegeräte, Endoskopie, Ultraschall, Chirurgische Technik, und zahnärztliche Materialien.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Projekt SAVeNoW: Digitaler Zwilling für das Autonome Fahren

Das autonome Fahren ist auf dem Vormarsch. Doch wie macht man es für jede Verkehrssituation sicher, welche Verkehrsinfrastrukturen werden erforderlich und wie wirken sich künftige Verkehrsmodelle aus? Diese Fragen simuliert…

Nachhaltig Bauen mit Künstlicher Intelligenz

Um Gebäude material- und energieeffizienter zu machen und so einen Beitrag gegen die globale Erderwärmung zu leisten, kommt man an computerbasierten Entwurfsmethoden nicht vorbei. Wie diese aussehen können, erforscht Jun.-Prof….

Nachhaltige und sichere Batterien: Forschung am Lebenszyklus

Recycling und optimierte Rohstoffkreisläufe, Zweitnutzung und ein wissensbasiertes Zelldesign sollen Lithium-Ionen-Batterien zukünftig nachhaltiger und sicherer machen. Die Grundlagen dafür schaffen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Verfahrenstechnik und Materialwissenschaft am Karlsruher Institut…

Partner & Förderer

Indem Sie die Website weiterhin nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. mehr Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind so eingestellt, dass sie "Cookies zulassen", um Ihnen das bestmögliche Surferlebnis zu bieten. Wenn Sie diese Website weiterhin nutzen, ohne Ihre Cookie-Einstellungen zu ändern, oder wenn Sie unten auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

schließen