4K-Technologie hält Einzug in die HNO-Endoskopie

Das 4K-Endoskopiesystem ermöglicht eine deutlich bessere Tiefenwahrnehmung und eine präzisere Farbwiedergabe. Foto: Uniklinik Magdeburg

Als eine der ersten HNO-Kliniken nutzen Ärzte der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ein Endoskopiesystem mit sogenanntem 4K-Standard. Es ermöglicht hochauflösende Bilder mikroskopisch kleiner anatomischer Strukturen im Hals-Nasen-Ohrenbereich und wird der besseren Diagnostik und Therapie verschiedenster Erkrankungen dienen.

Die Nase, die Ohren und der Kehlkopf zählen zu jenen Organen, in denen kleinste Knochen und Knorpel, Muskelbänder und Membranen zusammenwirken. Schon geringe mechanische Überanstrengungen, Krankheitserreger und Zellgifte, die beispielsweise im Tabakrauch enthalten sind, können die genannten anatomischen Strukturen und die Funktion beeinflussen.

„Um diese Veränderungen insbesondere bei Verdacht auf Krebs in frühzeitigen Entwicklungsstadien aufzuspüren, bedarf es möglichst hochauflösender endoskopischer Techniken“, informiert Professor Dr. Christoph Arens, Direktor der HNO-Universitätsklinik Magdeburg.

Vom Kino- zum neuen Medizin-Standard

4K lautet der derzeit modernste digitale Standard nicht nur für Kino-Filme, sondern nun auch in der Medizin. Die Bilder bestehen aus etwa viermal so vielen Bildpunkten wie bei einem Full-HD-Fernseher (4096 x 2180 Pixel) und ein um den Faktor 64 vergrößertes Farbspektrum. Auf großen Monitoren ermöglicht die neue Technik Bilder mit sehr hohem Detailreichtum.

Für die medizinischen Anwendungen wurde das 4K-Kamerasystem etwa auf die Größe eines Kugelschreibers geschrumpft, so dass endoskopische Bilder aus dem Körperinneren, z. B. von den Stimmlippen im Kehlkopf, möglich sind.

Die auf einem Monitor live dargestellten Bilder lassen beispielsweise kleinste Blutgefäße mitsamt der darin wandernden Blutzellen problemlos erkennen. Das neue 4K-Endoskopiesystem soll dabei helfen, Diagnosen und Therapien mit höchster Präzision durchzuführen und operative Eingriffe für Patienten noch sicherer zu machen.

„Insbesondere ältere Menschen mit komplexen Krankheitsbildern und Patienten mit bösartigen Veränderungen im HNO-Bereich werden wir dank der 4K-Endoskopie frühzeitiger und besser behandeln können. Die 4K-Technologie wird zukunftweisend der neue Standard in der Endoskopie sein“, prognostiziert Professor Arens.

Text: Uwe Seidenfaden

Ansprechpartner für Redaktionen:
Prof. Dr. Christoph Arens, Direktor der HNO-Universitätsklinik Magdeburg,
Tel. 0391/67-13800
E-Mail: christoph.arens@med.ovgu.de

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Kornelia Suske idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Informationen:

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