UKM-Chirurgen entfernen Teil des Dickdarms durch den Bauchnabel ohne sichtbare Narben

In der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Universitätsklinikums Münster (UKM) wurde jetzt erstmals ein Teilstück des Dünn- und -Dickdarms mit einer Länge von 40 Zentimetern komplett durch eine Öffnung im Bauchnabel entfernt. Der Fachbegriff hierfür lautet „Single Port Laparoscopic Surgery (SILS)“. Dabei handelt es sich um eine neue Methode der Schlüsselloch-Chirurgie, bei der nur noch ein einziger kleiner Schnitt notwendig ist.

„Mit dem neuen minimal-invasiven Verfahren kann die Anzahl der nötigen Schnitte in der Bauchdecke von drei bis vier auf nur noch einen einzigen Schnitt reduziert werden. Und dieser Schnitt wird direkt im Bauchnabel gesetzt, so dass keine zusätzlichen sichtbaren Narben entstehen“, erklärt Prof. Dr. Matthias Brüwer, Leitender Oberarzt in der UKM-Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie.

Dabei werden spezielle flexible Instrumente und eine besonders dünne Kamera über einen kleinen Trichter im Bauchnabel in die Bauchhöhle geleitet. Ist das geschehen, läuft die Operation genau so ab wie bisher: Die Bilder der Kamera werden am Monitor über den OP-Tisch betrachtet und anhand der Bilder der erkrankte Darmabschnitt entfernt. „Der Eingriff ist von der gleichen Qualität in Bezug auf postoperative Schmerzen oder die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus wie das bisherige Verfahren, allerdings ist das kosmetische Ergebnis sichtbar besser“, so Prof. Brüwer, der den ersten Eingriff dieser Art gemeinsam mit einem Team der UKM-Chirurgie durchgeführt hat.

Bereits seit mehreren Monaten wird dieses Verfahren am UKM zur Entfernung der Gallenblase durchgeführt. Auch für Blinddarmoperationen, akut und chronisch entzündliche Darmerkrankungen sowie zur Milzentfernung ist das neue Verfahren geeignet.

Media Contact

Stefan Dreising Universitätsklinikum Münster (UK

Weitere Informationen:

http://www.klinikum.uni-muenster.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Erfolg für Magdeburger Wissenschaftler*innen mit einem „Brutkasten“ für die Lunge

Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie 2020 geht an Chirurg*innen der Universitätsmedizin Magdeburg Die Arbeitsgruppe „Experimentelle Thoraxchirurgie“ der Universitätsmedizin Magdeburg unter der Leitung von Dr. Cornelia Wiese-Rischke wurde für die…

Mehr als Muskelschwund

Forschungsnetzwerk SMABEYOND untersucht Auswirkungen der Spinalen Muskelatrophie auf Organe Spinale Muskelatrophie (SMA) ist eine erblich bedingte neurodegenerative Erkrankung. Dabei gehen die motorischen Nervenzellen im Rückenmark und im Hirnstamm allmählich zugrunde,…

Molekulare Bremse für das Wurzelwachstum

Die dynamische Änderung des Wurzelwachstums von Pflanzen ist wichtig für ihre Anpassung an Bodenbedingungen. Nährstoffe oder Feuchtigkeit können je nach Standort in höheren oder tieferen Bodenschichten vorkommen. Daher ist je…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close