Schnelle Hilfe gegen Epidemien

Mit der Gründung des DZIF am vergangenen Mittwoch hat auch das Teilprojekt unter dem Titel „Thematic Translational Unit Emerging Infections“ (TTU EI) seine Arbeit aufgenommen, dessen Federführung beim Institut für Virologie der Philipps-Universität liegt.

Das Hauptaugenmerk der Marburger Forscher und ihrer Kollegen liegt auf Krankheitserregern, die plötzlich und unvorhersagbar auftreten. „Die Reaktion des Gesundheitssystems auf neue Krankheitserreger ist oft zu langsam, um wirksam Hilfe für die Patienten zu leisten“, erläutert Stephan Becker, der das Marburger Institut für Virologie leitet und dem die Koordination des TTU EI obliegt. „Neue Infektionskrankheiten, für die es noch keine Impfung oder Gegenmittel gibt, sind eine große Herausforderung für die medizinische Forschung.“

Schwerpunkt der Forschungsarbeiten des TTU EI ist deshalb die Entwicklung von Strategien zur Bekämpfung neuer oder verändert auftretender Infektionskrankheiten. Ziel der Arbeiten ist, dass bei Ausbrüchen neuer Infektionserreger schnell und effektiv gehandelt werden kann. Außerdem soll die Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis effektiver vonstatten gehen.

Die Forschungseinheit soll dazu beitragen, die Reaktion der Gesundheitsbehörden auf den Ausbruch von Infektionen zu verbessern. Dafür haben die Wissenschaftler drei vorrangige Handlungsfelder identifiziert: Erstens, eine rasche und verlässliche Bestimmung unbekannter Krankheitserreger; zweites, evidenzbasierte Richtlinien für den klinischen Umgang mit betroffenen Patienten; drittens, die Entwicklung von Notfallimpfstoffen und Breitband-Wirkstoffen gegen virale Krankheitserreger.

Das Projekt verfolgt zwei ergänzende Ansätze, um auf den drei genannten Handlungsfeldern voran zu kommen: Einerseits sollen an den beteiligten Standorten zusätzliche Infrastruktureinrichtungen geschaffen werden¸ die es zum Beispiel gestatten, möglichst frühzeitig Schnelltests einzusetzen, mit denen sich Infektionen diagnostizieren lassen; außerdem sollen spezielle Einrichtungen zur Tierhaltung dazu dienen, den Test von Impfstoffen unter Hochsicherheitsbedingungen zu ermöglichen.

Neben dem Standort Gießen-Marburg-Langen umfasst die TTU EI die weiteren Standorte Bonn, Köln, Hamburg, Hannover-Braunschweig sowie Heidelberg und München.

Das DZIF ist eines von sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung (DZG), die von der Bundesregierung gefördert werden. Ziel dieser Fördermaßnahme ist die Prävention, Diagnose und Therapie der wichtigsten Volkskrankheiten. Durch eine rasche Umsetzung von Forschungsergebnissen in die klinische Anwendung soll die Bekämpfung von Volkskrankheiten entscheidend verbessert werden.

Weitere Informationen:
Ansprechpartner: Professor Dr. Stephan Becker,
Institut für Virologie
Tel.: 06421 28-66253
E-Mail: [email protected]

Ansprechpartner für Medien

Johannes Scholten idw

Weitere Informationen:

http://www.uni-marburg.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Besser kleben im Leichtbau

Projekt GOHybrid optimiert Hybridverbindungen Leichtbau ist in der Mobilitätsbranche essentiell. Im Zuge der Mischbauweise mit Leichtmetallen und Faser-Kunststoff-Verbunden rücken hybride Klebverbindungen in den Fokus. Aufgrund der unterschiedlichen Wärmeausdehnungen der Materialien…

Benchmark für Einzelelektronenschaltkreise

Neues Analyseverfahren für eine abstrakte und universelle Beschreibung der Genauigkeit von Quantenschaltkreisen (Gemeinsame Presseinformation mit der Universität Lettland) Die Manipulation einzelner Elektronen mit dem Ziel, Quanteneffekte nutzbar zu machen, verspricht…

Solarer Wasserstoff: Photoanoden aus α-SnWO4 versprechen hohe Wirkungsgrade

Photoanoden aus Metalloxiden gelten als praktikable Lösung für die Erzeugung von Wasserstoff mit Sonnenlicht. So besitzt α-SnWO4 optimale elektronische Eigenschaften für die photoelektrochemische Wasserspaltung, korrodiert jedoch rasch. Schutzschichten aus Nickeloxid…

Partner & Förderer