Neuer Wirkstoff gegen die Herzschwäche

Professor Oliver Ritter und sein Team haben einen neuen Wirkstoff entwickelt, der die Sterblichkeit von Herzschwäche-Patienten senken soll. Im Rahmen der dreijährigen Förderung werden die Forscher ihr Behandlungskonzept optimieren und die Entwicklung eines Medikaments voranbringen.

Mit ihrem neuen Wirkstoff greifen die Wissenschaftler um Oliver Ritter erstmals direkt in die Vorgänge im Inneren von Herzmuskelzellen ein. Bisherige Medikamente gegen Herzinsuffizienz (Herzschwäche) wirken nur an der Außenseite der Zellen oder im Blutplasma. Der neue Wirkstoff IBP (import blocking peptide) hemmt jedoch Signalwege in den Herzmuskelzellen und verhindert so die Umbauprozesse, die beispielsweise nach einem Herzinfarkt zur Schwächung des Herzmuskels führen.

Großer Bedarf an neuen Medikamenten

„Es besteht ein großer Bedarf an neuen Wirkstoffen, die Medikamente zur Behandlung der Herzinsuffizienz ergänzen und eventuell langfristig sogar ersetzen“, sagt Ritter. Denn Herzschwäche ist weltweit eines der am raschesten wachsenden Gesundheitsprobleme: Aktuell leben rund zwei bis drei Millionen Patienten mit Herzinsuffizienz in Deutschland. Heutige Therapiestrategien bei Herzinsuffizienz können die Überlebenschancen der Patienten zwar erheblich verbessern, jedoch das Fortschreiten der Erkrankung nicht verhindern.

Wirksamkeit steigern, Verträglichkeit testen

Das Geld stammt aus der Fördermaßnahme „VIP“ (Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung) des Bundesforschungsministeriums. Die „VIP“-Förderung ermöglicht es den Würzburger Forschern, weitere Schritte in Richtung eines neuen Medikaments zu gehen. „Die grundsätzliche Wirksamkeit unseres Wirkstoff haben wir bereits im Tiermodell bewiesen“, sagt Ritter. „Jetzt können wir den Wirkstoff noch optimieren.“

Dazu wollen die Herzforscher den Eiweißstoff so verändern, dass er nicht so schnell im Körper abgebaut und zugleich besser in die Zellen aufgenommen wird. In weiteren Experimenten werden zunächst die Wirksamkeit und die Verträglichkeit des Wirkstoffs überprüft, bevor erste präklinische und klinische Studien beginnen können.

Hervorragendes Forschungsumfeld

Begünstigt wird die Forschung von Ritter und seinem Team durch das hervorragende Forschungsumfeld in Würzburg: Das Zentrum für Experimentelle und Molekulare Medizin (ZEMM) bietet den Wissenschaftlern modern ausgestattete Räume für die Laborexperimente und Untersuchungen am Tiermodell.
Wissenschaftliche Unterstützung erhalten die Forscher auch vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI). Das deutschlandweit einmalige Zentrum ist auf die interdisziplinäre Behandlung und Erforschung von Herzinsuffizienz und den daraus entstehenden Komplikationen spezialisiert.

Kontakt
Prof. Dr. Oliver Ritter, T: (0931) 201-39033, E-Mail: Ritter_O@medizin.uni-wuerzburg.de

Media Contact

Gunnar Bartsch idw

Weitere Informationen:

http://www.uni-wuerzburg.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Hochleistungs-Metalloptiken mit Lothar-Späth-Award 2021 ausgezeichnet

Fraunhofer IOF und HENSOLDT Optronics entwickeln optisches Teleskop zur Erforschung des Jupitermondes Ganymed. Forscher des Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF sind gemeinsam mit ihrem Partner für die Entwicklung…

Chemiker designen „molekulares Flaggenmeer“

Forschende der Universität Bonn haben eine molekulare Struktur entwickelt, die Graphit-Oberflächen mit einem Meer winziger beflaggter „Fahnenstangen“ bedecken kann. Die Eigenschaften dieser Beschichtung lassen sich vielfältig variieren. Möglicherweise lassen sich…

Der nächste Schritt auf dem Weg zur Batterie der Zukunft

Kompetenzcluster für Festkörperbatterien „FestBatt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geht in die zweite Förderphase – Koordination durch Prof. Dr. Jürgen Janek vom Gießener Zentrum für Materialforschung – Rund 23…

Partner & Förderer