Neue Behandlungsansätze für Brustkrebs

Neue Behandlungsansätze für Brustkrebs könnten in Zukunft ein unübliches Ziel beinhalten und zwar absolut gesunde Zellen. Krebszellen sollen laut NewScientist daran gehindert werden, gesunde Zellen für ihr Wachstum und ihre Ausbreitung zu nutzen.

Zwei neue Strategien haben Wissenschaftler und des Institute of Cancer Research auf der Jahrestagung des National Cancer Research Institute vorgestellt. Der Ansatz der University of Nottingham konzentriert sich darauf, die Schwächung des Immunsystems nach der Krebsbehandlung zu verhindern, das den überlebenden Tumorzellen eine starke Vermehrung zu ermöglichen scheint.

Die Forscher des Institute of Cancer Research http://www.icr.ac.uk versuchen, durch die Blockierung eines für die Ausbreitung entscheidenden Verbündeten zu verhindern, dass der Brustkrebs Organe wie die Lunge erreichen kann.

Medikament soll vor einem Rückfall schützen

Der erste Behandlungsansatz würde konkret bedeuten, dass Frauen, die bereits gegen Brustkrebs behandelt worden sind, zusätzlich ein kostengünstiges und relativ wenig giftiges Medikament einnehmen und zwar Cyclophosphamid. Eine Studie mit 35 Teilnehmerinnen zeigte, dass das Medikament Rückfälle vermeiden könnte, in dem es die Anzahl der regulatorischen T-Zellen verringert, die das Immunsystem unterdrücken.

Diese Zellen treten bei Frauen mit besonders großen und aggressiven Tumoren besonders häufig auf. Laut dem leitenden Wissenschaftler Oleg Eremin kann der gering dosierte Einsatz von Cyclophosphamid die Anzahl dieser Zellen deutlich verringern, ohne dass dabei die anderen Abwehrmechanismen gegen den Krebs geschwächt werden.

Krebszellen verfügen über „Verbündete“

Eremin entdeckte diese Einsatzmöglichkeit des Medikaments, als er die Menge regulatorischer T-Zellen bei Brustkrebspatientinnen vor, während und nach der Behandlung überprüfte. Alle Frauen hatten große Tumore in der Brust. Einige verfügten bei den T-Zellen über um das Sechsfache erhöhte Werte. Damit lag nahe, dass die Krebszellen die Anzahl ihrer „Verbündeten“ ebenfalls erhöhten. Nach der Chemotherapie und der Behandlung mit Cyclophosphamid und zwei anderen Medikamenten sowie der Entfernung aller noch vorhandenen Tumore, sanken die Werte der regulatorischen T-Zellen deutlich.

Die Werte waren aber immer noch erhöht. Nach der Beendigung der Chemotherapie begannen sie sich wieder zu vermehren. Der Wissenschaftler geht daher davon aus, dass die resistenten Krebszellen im Körper verbleiben und die Produktion von T-Zellen anregen.

Bevor der Wissenschaftler weitere Tests durchführt, um herauszufinden, ob eine weitere Einnahme von Cyclophosphamid diesen Vorgang stoppen kann, will er die an der Studie teilnehmenden Frauen weitere sechs Monate lang begleiten. Ziel ist es, zu überprüfen, ob die Werte der T-Zellen weiter ansteigen. Sollte das der Fall sein, wäre das ein weiterer Hinweis darauf, dass es Sinn macht zu versuchen, die Werte dieser Zellen genau mit diesem Medikament kontrollieren zu wollen.

Medikament könnte eines Tages Ausbreitung verhindern

Das Team um Clare Isacke dürfte einen Fortschritt beim Kampf gegen die Ausbreitung von Brustkrebszellen auf die Lunge, die Leber und andere Organe erzielt haben. Am Anfang binden sich Krebszellen an die Oberfläche von Blutgefäßen in den Lungen an. Die Wissenschaftlerin entdeckte, dass das nur dann möglich ist, wenn es zu einer Anbindung mit einem „verbündeten“ Protein im Blut kommt. Diese Verbindung kann jedoch möglicherweise durch Medikamente verhindert werden.

Isacke fand auch heraus, dass Krebszellen am wenigsten invasiv waren, wenn ihnen die Zucker an der Oberfläche fehlten, die für das Erreichen des Poteins entscheidend sind. Die Blockierung des bis jetzt nicht näher bezeichneten Proteins könnte ausreichend sein, um die Ausbreitung des Krebses zu verhindern. Die Wissenschaftlerin ist zuversichtlich, dass entsprechende Medikamente gefunden werden können.

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Michaela Monschein pressetext.redaktion

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